Hallo alle miteinander,
ich bin Kellereisenbahner wie viele andere ja vielleicht auch. Und ich habe im Sommer ein Luftfeuchtigkeitsproblem, >80%.

Im Winter ist das kein Problem, da mein Kellerraum beheizbar ist. Aber außerhalb der Heizperiode steigt die Luftfeuchtigkeit auf Werte über 80%. Dies hat schon zu einigen Schwierigkeiten geführt, Kürzschlüsse, hohe Übergangswiderstände... Wer hat denn ähnliche Probleme und Luftentfeuchter eingesetzt und kann mir bestimmte Geräte empfehlen. Kriterien sind für mich: Leistungsaufnahme, also Stromkosten; Lautstärke, Gewicht und Größe; Efektivität. Für Hinweise vor der nächsten Sommerperiode wäre ich dankbar.
Grüße aus Hamburg
Rolf
Hallo Rolf,
im Baumarkt gibt es schon preiswerte Geräte unter 300 €, die auch leistungsfähig genug sind. Eine gewisse Geräuschentwicklung haben die schon, der Lüfter läuft dann halt evtl. ständig. Aber das soll mit dem neuen Mfx-Decoder kein Problem sein, diese Geräusche überdecken dann die vom Lüfter. Ist nicht ernst gemeint! Vor Jahren habe ich meinen Entfeuchter bei Barth und Stöcklein gekauft, war recht teuer, da gab's die halt noch nicht in den Baumärkten. Ansonsten ist der eine wertvolle Hilfe, im Sommer entziehe ich der Luft ca. 3,0 Liter Wasser am Tag, das ist eine ganze Menge. Kostet halt auch Strom.
Hallöchen,
mein Keller hatte ohne mein Wissen über Jahre auch diese Feuchtigkeitswerte. Dann kam es dicke: Während einer Urlaubsreise gab es einen Wasserrohrbruch und der ganze Keller stand etwa 25 cm unter Wasser.
Die Nachbarn haben uns im Urlaub gelassen und haben geputzt - ein HOCH auf die Nachbarn. Danach musste etwas geschehen und ich habe mir den ZWEITKLEINSTEN von AXAIR (Barth und Stöcklein) zugelegt, der jetzt immerhin schon 5 Jahre Dienst tut. Dieses Gerät hat einen 10l Eimer, den ich im Sommer öfter, im Winter seltener entleeren muss.
Ich liege jetzt bei appetitlichen 60-65% und fühle mich in diesem Kellerklima hervorragend.
Der muffige Geruch der früheren Jahre, die leichten Rostansätze auf den Schienen (damals noch M-Gleis) sind weg!
Den Stromverbrauch habe ich noch nicht beobachtet, der wird aber mit dem KLEINSTEN Gerät höher, weil das dann am Limit arbeiten muss.
Ein Fast-Problem hatte ich: Alle Loks stellten nach einiger Trockenheits-Zeit ihre Fahrbereitschaft ein: In der Feuchtigkeit hatte sich der Kohle-Abrieb irgendwo im Motorraum angepappt. Ohne die Feuchtigkeit fiel dieser Staub in den Raum, auf den Anker und nichts lief mehr bis zur Grundreinigung sämtlicher Loks. Das war eine Sauerei, ich bin aber dafür belohnt worden.
Einer meiner Söhne betreibt einen "Entsafter" von Heylo (das Gerät ist deutlich preiswerter), auch den zweitkleinsten (den kleinsten bieten die Hersteller nur wegen der Konkurrenz an), der hat aber nur einen 5-Liter-Eimer, bei dem das häufige Leeren schon lästig wurde.
Alles in Allem: Positiv und deutlich preiswerter als eine Rundum-Keller-Isolierung.
Mit staubtrockenen Grüßen
Erich
Hallo Erich,
das Problem mit der Feuchtigkeit im Keller, ist nicht nur ein plötzlicher Wassereinbruch und daß dadurch die eingedrungene Feuchtigkeit wieder entweichen muß, sondern die in der Luft enthaltene Feuchtigkeit.
Dieses Hauptproblem tritt ja vorwiegend im Sommer auf. Denn in dieser Zeit transportiert die warme Luft mehr Feuchtigkeit, ist also gesättigter als im trockenen Winter. Da die umfassenden Wände im Keller durch das Erdreich (Erdwärme ca. 8 Grad Celsius) weit unter die Lufttemperatur abkühlen, schlägt sich das Wasser der Luft als Kondenswasser nieder und zwar an allen Teilen die deutlich kühler sind. Ich hatte deshalb noch eine Isolierung auf der Wand angebracht um den Taupunkt weiter nach außen zu verlagern. Leider kühlt auch jedes Metall aus, so auch z.B. die Schienen, und wenn die aus Blech sind, dann fängt es an zu rosten. Ein Luftentfeuchter arbeitet übrigens wie ein Kühlschrank, nur um gekehrt, er saugt die warme Luft an und an den Kühlrippen vereist das Kondensat, das durch eine Automatik dann wieder abgetaut wird. Übrigens steigt dadurch auch die Raumtemperatur um einige Grad Celsius. Man hat nicht mehr das Gefühl, es ist klamm und es müpfelt auch nicht mehr so.
Ich hatte mal mit einem Verbrauchsmesser versucht die Kosten zu ermitteln und kam auf 90-100 Euro p.a.. Im Vergleich zu dem, was der tückische Rost zerstören kann, sind die Kosten hinnehmbar.
Hallo Peter,
das ist schon richtig, lange Jahre hatte ich die immer zu hohe Luftfeuchtigkeit hingenommen. Erst durch die Überschwemmung wurde ich zu der Anschaffung (fast) gezwungen (weil ich zu geizig war, ein blödsinnig teures Mietgerät hinzustellen) und das war gut so, wie sich herausgestellt hat.
Übrigens schwitzt man auch nicht mehr so sehr, wenn es auf der Anlage mal zu einer dieser schlimmen und unausweichlichen Crash-Situationen kommt.
Gruß und Pfiff
Erich
Hallo Herr Ploch!
Es gibt immer wieder Gemeinsamkeiten:
In Antwort auf:
Vor Jahren habe ich meinen Entfeuchter bei Barth und Stöcklein gekauft, war recht teuer
Ich habe auch ein Gerät von diesem Hersteller, es läuft seit 1981 (!) einwandfrei; hin und wieder Reinigung vorausgesetzt. Wenn ich mich recht erinnere, hat es damals ca. 1000 Mark gekostet.
Aber es hat sich gelohnt: das alte Material ist gegen Rost geschützt.
Hallo "feuchtigkeitsgeschädigte"

Leidensgenossen,
auch ich habe mir vor etlichen Jahren (1996?) ein Gerät von Axair zugelegt. Bis auf eine Störung (glücklicherweise in der Garantiezeit

) läuft das Gerät noch heute zur vollen Zufriedenheit. Ich kann es nur empfehlen.
Schöne Grüße aus dem -zur Zeit nicht nur im Keller feuchten- Osnabrück
Rolf
Hallo,
Auch bei mir steht schon seit mind. 20 Jahren immer noch der gleiche, Profi-Luftentfeuchter im Keller, mit Vollmetallgehäuse und Abtaueinrichtung. Diese ist wichtig, wenn die Temperatur im Mobakeller sehr tief ist, was bei meinem Raum ohne ständige Heizung der Fall ist. Der Kondenswasserschlauch führt direkt in die Kanalisation (vom Fachmann erstellt). Im Winter muss ich den Elektroofen etwa eine Std. vor der "Arbeit" einschalten.
Nur mit Luftentfeuchter korridieren Metallteile nicht (das seinerzeitige Arnold-N Stahlgleis war da besonders heikel!). Ich würde meinen Hobby-Keller als sehr angenehmen Raum bezeichnen, mit Tonplattenboden, also keine Spur von "Tropfsteinhöhle"
Hallo Kellereisenbahner,
erst mal vielen Dank für Eure Tipps. Ich sehe, ich komme um die Anschaffung eines Entfeuchters nicht herum. Mein Eisenbahnkesller hat das ganze Jahr über fast einheitlich 18 Grad, im Winter durch die Heizung und im Sommer einfach so. Von außen ist der Keller bis auf die Kellersohle wärmegedämmt. Im Winter habe ich 50% Luftfeuchtigkeit, im Sommer zwangsweise mehr. Aber das wird sich jetzt ändern. An das Problem mit dem Kohleabrieb in den Loks habe ich noch gar nicht gedacht. Das ist natürlich ein schlagendes Argument. Also, vielen Dank noch mal für alle Eure Tipps.
Bis nächstes mal,
Gruß
Rolf
Hallo Rolf,
wunderschön, daß auch Modelleisenbahner dieses Problem haben.
Ich restauriere seit Jahren alte Autos und die haben natürlich einen Entfeuchter (normales Klima-Gerät aus dem Baukmarkt) vor der Blechnase zu stehen,
so halte ich die 55-60%.
Also werde ich nachdem ich die Eisenbahn nach ca. 12 Jahren wieder installiert habe, auch da mal die Feuchte messen.
Super-Idee.....
Hallo Rolf,
da du ja ganz in meiner Nähe wohnst - ich habe noch einen Luftentfeuchter bei mir rumstehen, den ich kostengünstig abgeben kann.
Gruß
Sven Soltau
Hallo Rolf,
schau doch mal unter
www.entfeuchter.atIch wurde von der österreichischen Firma sehr gut beraten, habe vor einem halben Jahr einen Entfeuchter bestellt (WD 36) und bin damit sehr zufrieden. Leistungsstärker als die Baumarktgeräte und vor allem sowohl ein 10 Liter Tank als auch wahlweise ein 1/2-Zoll Abwasserschlauch anschließbar.
Viele Grüße,
Linus
Hallo Linus,
vielen Dank für den Tip. Ich werde mich morgen mal an die Firma wenden. Ich habe schon einige Informationen gesammelt, aber das richtige Gerät war noch nicht dabei. Ichbin gespannt, was die Firma mir anbietet.
Vielen Dank nochmal,
Grüße aus Hamburg
Rolf
Hallo,
alles ist richtig, was dazu gesagt wurde. Also 350 Watt zieht so ein Ding schon - etwa so viel wie 3 1/2 Fernseher.
Noch ein Tip für alle: Die Feuchtigkeitswerte können an verschiedenen Stellen im Kellerraum sehr unterschiedlich sein. Deshalb den Hygrometer mal in diese und jene Ecke, mal oben - mal unten positionieren. Oder mehrere (gibt's bei CONRAD für paar €) installieren.
Salü aus SB