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Win-Digipet - deutsche Foren => Stammtisch => Thema gestartet von: Erich in 09. März 2005, 09:26:22

Titel: Welches Relais für die Beleuchtung
Beitrag von: Erich in 09. März 2005, 09:26:22
Hallo liebe Eisenbahn-Elektrik-Spezialisten,

ich suche für die Beleuchtung in einem Triebwagenzug (das ist der Primex-Berliner-S-Bahnzug) ein Relais, das ich (mit Mä 60902) F1 ansteuere und damit die (mehr als 500mA) Beleuchtung des Zuges ein/ausschalten kann.

Ich weiß zwar, wie ein Relais anzuschließen ist, finde aber die Typenbeschreibungen z. B. bei Conrad so verwirrend, dass ich lieber zuerst um Tipps bitte.

Worauf muss ich achten, damit mir nicht etwas abraucht?

Mit vielem Dank für Euere Ratschläge und mit dem immer noch fröhlichen Pfiff aus dem Eisenbahnkeller

Erich  
Titel: Re: Welches Relais für die Beleuchtung
Beitrag von: ThKaS in 09. März 2005, 10:34:18
Hallo Erich,

bei www.reichelt.de gibt es einfache Relais (1 x um) unter der Bezeichnung G5V-1
z.B. G5V-1 24V Subminiaturrelais, 1x UM, 125VAC/60V 1A, 24V
Das kann 24V (Digitalspannung liegt bei ca. 22V und eine Schaltleistung von 1A.
Datenblatt  
Den Einsatz jkannst Du auch  hier sehen
Titel: Re: Welches Relais für die Beleuchtung
Beitrag von: Gerd Boll in 09. März 2005, 14:35:38
Hallo Erich
Wie Thomas schon schrieb, es kommt auf die Spulenspannung und auf die größe an. Die Kontaktbelastbarkeit ist fast immer ausreichend.

Spulenspannung sollte 24V sein, dann brauchst du keinen zusätzlichen Widerstand. Diese Relais schalten auch schon mit kleineren Spannungen so ab 18V. (N-Bahner, oder geregelte Booster)

Die Baugröße steht in mm ja meist dabei. Ein Arbeitskontakt reicht für deine Anwendung ja aus, den hat jedes Relais.  
Titel: Re: Welches Relais für die Beleuchtung
Beitrag von: Erich in 10. März 2005, 13:25:42
Hallo liebe Freunde,

danke für Eure Tipps - ich bin entscheidend weiter gekommen.

Mit vielen freundlichen Grüßen aus Neuss

Erich  
Titel: Re: Welches Relais für die Beleuchtung
Beitrag von: Wolfgang A. in 10. März 2005, 21:40:22
Hallo Gerd,

sind es wirklich 18V, die am Dekoder anliegen? Mache ich etwas falsch. Ich habe ein 24 V Relais verbaut, Kleinrelais von Conrad. Das funktioniert auch prima im Stand, aber nicht bei der Fahrt. Da beginnt es zu "flattern" und das Licht flackert.

Gemessen habe ich dann eher so um die 12V. Deshalb werde ich bei nächster Gelegenheit ein 12 V Relais einbauen. Conrad 50 51 88-35.

Oder mache ich etwas falsch. Die Hochleistungselektronik stammt von einer Börse. Dei Lok und auch f0 funktioniert einwandfrei - lastgeregelt etc. Auf der Platine steht die Nr. 519090.

Danke für einen Tip  
Titel: Re: Welches Relais für die Beleuchtung
Beitrag von: Martin Lutz in 10. März 2005, 23:38:02
Hallo Gerd,

Wir verwenden ausschliesslich 12V Relais. Dies aus folgendem Grund: die Digitalspannung kann doch recht tief fallen (um 18V oder je nach dem hinter dem Lokdecoder auch darunter).

In der Regel macht den Relais die Überspannung auch nichts aus. Da aber die untere Schwellspannung, bei der das Relais noch sauber einschaltet, beim 24V Relais in Konflikt kammen kann mit den 18V, wird das Relais dann so knapp angesteuert, dass es dann flattern kann.

Unsere Betriebsstunden die wir teilweise schon auf den 12V Relais haben, zeigen mir, dass die Überspannung kein Problem sind. Im schlimmsten Fall würde ich eher Vorwiderstände empfehlen als eine zu hohe Nennspannung des Relais.


 
In Antwort auf:
Die Kontaktbelastbarkeit ist fast immer ausreichend.



Das sehe ich etwas anders. Viele kleine Relais haben eine Kontaktbelastbarkeit von 1A oder gar drunter. Problematisch wirds dann wenn man damit eher lange Züge mit Glühlampen schalten will. Da würde ich das schon im Auge behalten und nicht einfach nur das kleinste Relais kaufen, sondern das grösste, dass gerade noch in den vorhandenen Platz passt. Wenn das Relais zwei Arbeits- (oder Umschalt-) kontakte hat, so würde ich (mache ich auch) diese immer parallel schalten. So erreicht man die doppelte Belastbarkeit eines Kontaktes.

Bei LED Zugbeleuchtung ist die Kontaktbelastung sicherlich kein Thema.

Aber ich glaube, gerade in den letzten Tagen kursierte hier im Forum wieder die Frage nach dem Stromverbrauch gewisser Züge. Am besten schaut man sich das nochmals an und staune über den Stromverbrauch einer ICE Zugsbeleuchtung (Märklin).

Gruss  
Titel: Re: Welches Relais für die Beleuchtung
Beitrag von: Gerd Boll in 11. März 2005, 07:31:18
Hallo Martin
Da gebe ich dir völlig Recht.
Bei solchen Bastelaktionen gillt es auch immer ein wenig "ausprobieren".
Ich denke aber 1A sollte für eine Zugbeleuchtung ausreichen. 1A bei 18V das sind ja 18W. Stelle ich mir ein Auto-Bremslicht vor, das da über meine Anlage donnert, wenn auch in gestreckter länge (4m langer zug), so muß man ja die Sonnenbrille aufsetzen.
Ich weiß, so eine originale Zugbeleuchtung kann schon verdammt hell sein, sieht aber auch echt sch... aus.    
Titel: Re: Welches Relais für die Beleuchtung
Beitrag von: Gerd Boll in 11. März 2005, 07:41:14
Hallo Wolfgang
Unter wiedrigsten Umständen kann die Spannung auch 12V betragen, da würde ich mir aber echte Sorgen machen.
Wenn man einen geregelten Booster einsetzt, der genau 18V liefern will, und schon echt an seiner Leistungsgrenze ist, sind es vieleicht auch nur 17V.
Dann frißt der Gleichrichter im Lokdecoder noch 1,5V.
Der Schalttransistor für die Funktion dann auch nochmal 0,5V
Kontaktprobleme der Räder/Schleifer nochmal 1V
Damit sollten für das Relais aber minimum 14V übrig sein.

Wenn es nur 12V sind, dann wird das eine Erleichterung für deine Zugbeleuchtung sein, die dann nicht so hell leuchtet, aber wo bleibt die restliche Spannung?
Entweder der Trafo liefert recht wenig, oder unterwegs wird irgendwas ziemlich heiß.  
Titel: Re: Welches Relais für die Beleuchtung
Beitrag von: Wolfgang A. in 11. März 2005, 18:46:43
Hallo Gerd,
ich muss nochmal nachmessen. Leider habe ich kein Osziloskop, sonderen nur ein Digital Multimeter Metex M3650.
Bei Messungen am Gleis zB.:
In Gleichspannungseinsstellung messe ich sowieso nur Hausnummern, da Digitalspannung.
Bei Wechselspannung wohl auch. Verschiedene Werte beim Vertauschen der Pole. 3-4 Volt Unterschied beim Umschalten des Messbreichs.
Das wird mit diesem Messgerät am Dekoderausgang wohl nicht viel anders sein.

Meine Verkabelung ist vielleicht nicht perfekt, Einspeisungen alle 3 Meter oder so, aber über relativ dicke Leitungen, Querschnitt 1,5mm.

Summa summarum werde ich das 12V Relais probieren, wie auch von Martin empfohlen.
 
Titel: Re: Welches Relais für die Beleuchtung
Beitrag von: Martin Lutz in 11. März 2005, 18:56:13
Hallo Gerd,

Schau mal unter:

Stromverbrauch der Züge

Hier speziell die Seite 2.

Ein beleuchteter ICE mit 1.9A (klar fahrend, aber dennoch überschreit1et auch der stehende noch die 1A Grenze)

Der Stromverbrauch lässt sich kaum mit einer Sonnenbrille messen  

Man darf nicht vergessen, dass in jedem Wagen zwe4i Glühlampen eingebaut sind.

Weitere Stromfresser in Sachen Wagenbeleuchtung entpuppen sich Doppelstock Wagen.

Nicht umsonst setzen wir auf LED's

Zitat aus dem PDF Dokument:

 
In Antwort auf:
2. einfacher 27cm Personenwagen mit Märklin Standartbeleuchtung (Glühlämpchen)
~200-250mA



Demnach ist bei 4 bis 5 Wagen bereits die 1A Grenze erreicht.

Gruss
Titel: Re: Welches Relais für die Beleuchtung
Beitrag von: B.Michaelsen in 11. März 2005, 22:45:20
Hallo Wolfgang !

In Antwort auf:
Das wird mit diesem Messgerät am Dekoderausgang wohl nicht viel anders sein.  



Aber klar ist das anders ! Denn am Ausgang des Decoders liegt eine reine Gleichspannung an. Es sei denn, Du nimmst einen gedimmten Ausgang, denn dann misst Du eine geringere (gemittelte) Spannung (beim Kühn-Decoder etwa 11,5 V). Ein Oszillograph hätte das natürlich sofort angezeigt ! Ein normales Voltmeter führt da leicht ins Abseits.


In Antwort auf:
Summa summarum werde ich das 12V Relais probieren, wie auch von Martin empfohlen.



Das solltest Du eigentlich nicht tun : Der Martin hat manchmal richtig Recht   , manchmal nicht.

Gerade habe ich mal an einem Kühn-DEcoder T145 gemessen, weil ich da auch fürchtete, voreilig was Falsches gesagt zu haben.... Am Lichtausgang (weiss gegen blau) kann ich mit einem guten Messeisen lockere 19,5 Volt messen. Da geht dann kein 12 Volt-Relais (ohne Vorwiderstand)!!! Normalerweise gehen die 24V Relais aber schon ab 18 Volt völlig sicher !

Ich glaube, da muss ich wohl bei jemandem, der diesen Thread genau mitverfolgt (RET800), ein dickes Lob aussprechen ! Normalerweise ist es ja so einfach nicht, mich aufs Kreuz zu legen.... (Du hättest unbedingt das  Dimmen ausstellen  sollen! Sonst pulst der Ausgang und das Relais flattert.... )

Beste Grüsse

Bernd Michaelsen  
Titel: Re: Welches Relais für die Beleuchtung
Beitrag von: Martin Lutz in 12. März 2005, 00:31:30
Hallo miteinander,

In Antwort auf:
Das solltest Du eigentlich nicht tun : Der Martin hat manchmal richtig Recht  , manchmal nicht.  



Wenn ihr unsicher seit, dann schaltzet lieber einen Vorwiderstand ein, so dass das Relais dann auch keine zu hohe Spannung bekommt. Lieber so als ein Relais zu verwenden, das eine höhere Nennspannung hat.

Obwohl die meisten Relais bei mir und Arno, während der meisten Zeit des gesammten (oft auch schon mehrere Stunden) Betriebes eingeschaltet sind ist bei uns noch keines abgefackelt.

Ansonsten ist es natürlich auch abhängig vom jeweiligen Typ des Relais. Also im Zweifelsfall auch das Datenblatt beiziehen.

Eventuelle Vorwiderstände rechnen sich aus der Differenzspannung (Decoderspannung minus Relaisspannung) / Strom durch die Relaisspule (Abhängig vom Spulenwiderstand) bei Nennspannung.

Leider geht hier keine Angabe, da die Relais nicht alle gleiche Spulenwiderstände haben (Bitte Datenblatt beiziehen)



Gruss
 
Titel: Re: Welches Relais für die Beleuchtung
Beitrag von: Martin Lutz in 12. März 2005, 01:00:51
Hallo Bernd,

Ich habe mir nun ein Datenblatt runter geholt vom Netz. Zwar nicht mein Relais doch eines, das fast gleich aufgebaut ist.

Interessant sind die Betriebsspannungsbereiche der beiden Relais Versionen 12V und 24V:

12V Relais: von 9.6V bis 27.6V
24V Relais: von 19.2V bis 55.2V (!)

Die 19.2V sind wirklich fast zu knapp. Hingegen kann das 12V Relais mit einer Spannung bis 27.6V betrieben werden!

Noch Fragen?  

Ich hab die Stelle im PDF Datenblatt auch gleich markiert denn ich will ja nicht einfach etwas behaupten sondern es gleich auch beweisen.

Gruss  
Titel: Re: Welches Relais für die Beleuchtung
Beitrag von: Wolfgang A. in 12. März 2005, 15:14:27
Hallo zusammen,
also ich habe mich überwunden und nachgemessen; mache ich ungern am lebenden Objekt, mangels gescheiter kleiner Messklemmen.

Ausgang F2, braun/grün, gegen Fahrzeugmasse mit geschaltetem Relais: 10,8V
Ausgang F3, braun/gelb, gegen Fahrzeugmasse, keine Last: 12,2V
Ausgang F3, braun/gelb, gegen Rückleiter Funktionen, orange 17,6V.

Funktionausgang gegen Fahrzeugmasse ist also ideal für 12V Relais. Ausser wenn man so nicht anschliessen soll. Und gegen Fahrzeugmasse messen erfordert wohl auch eher ein Oszilloskop, oder?

Was tun, spach Zeuss. Wäre doch so schön eine gute Beschreibung der Dekoder zu haben...
 
Titel: Re: Welches Relais für die Beleuchtung
Beitrag von: Martin Lutz in 12. März 2005, 16:04:29
Hallo Wolfgang,

Wenn schon ein eigener Plusleiter am Decoder vorhanden ist, dann würde ich niemals ein Relais nur gegen die Fahrzeugmasse schalten. Nur nebenbei. Diese Messung stimmt nicht weil hier eben unregelmässig pulsierende Spannung da ist und mit einem normalen Messgerät nicht zu einem korrekten Resultat führen kann. Richtig wäre hier ein Oszilloskop oder ein True RMS (das den echten Effektivwert messen kann) Messgerät. Lasst euch bitte nicht verwirren durch solche Messungen.

Im weiteren habe ich weiter oben ein Datenblatt veröffentlicht das genau aufzeigt wieviel Spannung ein Relais wirklich verträgt. Das ist mehr als ihr glaubt. Ich denke diese Siemens Werte lassen sich auch ohne Ptrobleme auf andere Relaistypen mit ähnlicher Baugrösse und Spulenwiderstand übertragen. Denn es werden überall nur Kupferdrähtchen auf den Anker gewickelt. Da sind dann die Verhältnisse wirklich vergleichbar.

Deshalb schreibe ichs hier nochmals hin:
In Antwort auf:
Interessant sind die Betriebsspannungsbereiche der beiden Relais Versionen 12V und 24V:

12V Relais: von 9.6V bis 27.6V
24V Relais: von 19.2V bis 55.2V (!)



Du kannst jetzt dein Messergebnis von 17V mal in diese Werte einpassen und dann siehst du, dass das ein 24V Relais Unterspannung erhalten würde. Kann durchaus sein, dass es funktioniert. Es ist aber vom Relaishersteller nicht mehr garantiert.

Also nocheinmal zum mitschreiben. Das beschriebene Siemens 12V Relais verträgt bis zu einer Spannung von 27.6V. Das reicht auch für Anlagen die mit einer ungeregelten Digitalspannung arbeiten!

Gruss    
Titel: Re: Welches Relais für die Beleuchtung
Beitrag von: Wolfgang A. in 12. März 2005, 19:31:27
Martin,

Alles klar, also werde ich - wie schon vorher beschlossen - ein 12 V Relais einbauenden und dann aber auch den Rückleiter benutzen.

Danke vielmals  
Titel: Re: Welches Relais für die Beleuchtung
Beitrag von: David Lippmann in 14. März 2005, 21:16:58
Hallo miteinander,

wenn ihr Relais einsetzt solltet ihr nicht vergessen eine Freilaufdiode parallel zu schalten. Der Decoder wirds euch danken!

Gruß David