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Win-Digipet - deutsche Foren => Stammtisch => Thema gestartet von: Walter Stark in 11. September 2005, 09:23:38

Titel: Wartung der Moba-Wagen
Beitrag von: Walter Stark in 11. September 2005, 09:23:38
Hallo WDP-ler,
habe da eine ganz banale Frage. Sollten die Achslager der Mobawagen nur von Schmutz (Staub) gereinigt werden oder empfiehlt es sich, auch von Zeit zu Zeit zu ölen?
Grüße aus Sennfeld
Walter  
Titel: Re: Wartung der Moba-Wagen
Beitrag von: Kalle in 11. September 2005, 10:13:36
Hi Walter,

die Schmierung von Waggonlagern ist ein heikles Kapitel, da viele Oele und Schmiermittel Kunststoffe "angreifen", auch das sog. Siliconoel. Macht sich meist spaeter bemerkbar und ist nicht rueckgaengig zu machen - hauptsaechlich Sproedigkeit bis zum Zerfall bei kleinstem Druck.
Am besten Lager richtig reinigen - Achslager und Gegenlager, eine WINZIGE Spur B-52 "drauf machen" - reicht fuer viiiiele Betriebsstunden. Auch die Lager mit dem Waffenoel "Ballistol" zu schmieren ist eine Moeglichkeit, da "Ballistol" verdunstet und einen gaaaanz feinen Schmierfilm hinterlaesst, dauert nur ein Weilchen, anfangs verlaeuft die Suppe schnell, da sehr duennfluessig. Nur mit einigen Messinlegierungen ist auch Vorsicht geboten, da eine chemische Reaktion moeglich ist - bei Messinglegierungen einfach nicht anwenden.
Es gibt auch feines Graphitfett - dieses Sauerei ist nicht jedermanns Sache und muss nicht sein.
Insgesamt gesehen kannste mit B-52 in geringster Menge an einem Lager eigentlich nichts falsch machen.


   
Titel: Re: Wartung der Moba-Wagen
Beitrag von: Schorschl Wittmann in 11. September 2005, 10:17:29
Hallo Walter!
Deine Frage ist zwar berechtig aber ich bin der Meinung, dasdeis jeder einzelne selber Entscheiden muß.Meiner Meinung nach , oder zu deiner Frage, Metallwägen, sind mehr zu Ölen als PVC Wägen, schaden tut das bestimmt nicht.

Kommt aber auch drauf an in welchen Bauzustand der Anlage mann ist! ( Staub usw. )  

mit freundlichen Grüßen
aus Ndby.
Schorschl  
Titel: Re: Wartung der Moba-Wagen
Beitrag von: Kalle in 11. September 2005, 11:01:13
Hi Schorschl,

wuerde das "Fetten" dem "Oelen" vorziehen, da auch bei sparsamer Anwendung von Oel immer etwas, oft kaum sichtbar, an den Radscheiben herunterlaeuft und die Gleis-Laufflaeche und Spurkraenze mitoelt. Darauf "klebt" der Staub umso besser. Metallwagen und grosse Fahrzeuge sind mit Fett, (in diesen Faellen am besten mit Grafittfett, da gute Notlaufeigenschaft bei Metall-Metall-Lagerung), besser bedient, da diese Fahrzeuge schwerer sind und in den Lagern hoehere Flachendruecke haben und das Oel nur "zur Seite" gedruckt wird. Man koennte dickfluessiges Oel nehmen, laeuft aber die Gefahr der "Verharzung" und des "Verlaufens" an Stellen wo es nicht hin soll und wenn Mineraloele an Kunststoffen kommen, kann man noch mehr Aerger haben, wie schon geschrieben.
Muss sagen, dass ich die Erfahrungen schon hinter mir habe, nicht nur bei der MoBa.  

Und noch was, Staub niemals in der Naehe von feinmechanischen Teile "wegpusten", denn dann fliegt er dorthin wo er nicht hin soll - an und in den Lagern der Geraete. Schmiermittel und Staub - ein feiner Schmirgel.
Am besten Pinsel und "Staubmaschine" gleichzeitig benutzen.


   
Titel: Re: Wartung der Moba-Wagen
Beitrag von: Walter Stark in 11. September 2005, 20:57:17
Hallo Karl, hallo Schorschl,
vielen Dank für die Ratschläge!
Grüße
Walter  
Titel: Re: Wartung der Moba-Wagen
Beitrag von: Martin Lutz in 11. September 2005, 21:06:45
Hallo miteinander,

Man sieht es immer wieder, dass Kunststoffzahnräder mit so einem Butterähnlichem Fett eingefettet sind. Weiss jemand was das ist und wo man so was kriegt?

Es ist manchmal schon interessant:
Wir haben erst vor ein paar Tagen darüber diskutiert, wie man quitschende Radlager am besten einfetten könnte. Und zwar mit einem kunststofffreundlichen Fett, das auch so fest ist, dass es nicht auf die Gleise kommt und diese schmiert. Das hätte gerade bei uns fatale Folgen für gewisse Züge.

Am schlimmsten quitschenm leider meine HAG Dosto2000 Wagen. Diese haben allerdings Drehgestellblenden (und somit auch die Radlager) aus Metall. Normales Öl kommt einfach nichtz in Frage.

Gruss  
Titel: Re: Wartung der Moba-Wagen
Beitrag von: Ulrich Stark in 11. September 2005, 21:35:25
Hallo Martin,

hast Du es schon mal mit B52 versucht?


Dr.Tillwich

B 52

Uhren und Instrumentenfett für Metallpaarungen.

Durch gute Schmierfähigkeit an Stellen mit hoher Lagerbelastung einsetzbar. Auch zur Flächenschmierung geeignet. Langzeitstabilisiert. Konsistenz: halbflüssig, Tropfpunkt 170°C. Einsatztemperaturen: -10°C bis +80°C.

             http://www.lokfett.com
                                                 
Habe bei mir zur Probe auch Radlager aus Kunstoff gefettet,bis jetzt gut.Ich glaube B52 gibt es auch bei Gerd Boll.

Gruss Ulrich  
Titel: Re: Wartung der Moba-Wagen
Beitrag von: Kalle in 11. September 2005, 21:38:46
Hi Martin,

sieht aus wie Butter, es koennte Vaseline sein, moeglich zum duennem Einfetten von Kunststoff-Gleitflaechen.
Wenn es weiss aussieht ist es bestimmt Schmierfett mit PTFE, wird oft bei Kunststoff-Gleitflaechen aus Nylon, Makrolon oder. aehnlichem Zeug angewendet - Nylon ist auch stark hygroskopisch.
Kenne beides nur als Spruehfett. Macht aber nichts, etwas von dem Spruehzeug in ein kleines Behaeltnis hineinspruehen, und mit einem kleinen Pinsel ein kleiiiiin weeeenig an die Lagerstellen verschmieren - Weniger ist Mehr.
Wenn ich mich erinnere, gibt es diese von CRC-Chemie oder Wacker-Chemie - glaube, sogar bei Reichelt.
Fuer schwerere Wagen mit Zapfenlagerung Metall-Metall wuerde ich Grafittfett nehmen - siehe oben - aber davon auch nur gaaaanz wenig ins Lager. Das Grafitt setzt sich zwischen den Unebenheiten im Lager und schmiert notfalls auch trocken. Wenn die Lagerflaechen hochglanz-poliert sind, muesste B-52 auch eine zeitlang den Zweck erfuellen.

Im Grunde ist die ganze schmierige Story eine Wissenschaft fuer sich und da ich sowas auch nicht studiert habe, bleiben  mir nur die Erfahrungen.
Je mehr an der MoBa geoelt wird, umso oeliger werden auch die "Fahrbahnen" und sei es auch nur durch Verdunsten von duenn-oeligen Mitteln bis in den Motor der Fahrzeuge und dort bildet sich ein ideales Schmiermittel - Grafitt von den Kohlen und Oel.

 
Titel: Re: Wartung der Moba-Wagen
Beitrag von: Hermann Hafner in 12. September 2005, 08:47:21
Hallo Martin

In Antwort auf:
Man sieht es immer wieder, dass Kunststoffzahnräder mit so einem Butterähnlichem Fett eingefettet sind. Weiss jemand was das ist und wo man so was kriegt?



Roco bietet eine Tube von 8 Gramm an mit dem Aufdruck "Spezialfett für Feinmechanik". Dieses hat die Butterne Farbe.
Ich habe es Seinerzeit bei Zuba-Tech gekauft.

Habe soeben noch einen Link gefunden, der das Problem lösen könnte: Blaser Hasle-Rüegsau, Spezialfirma für Fette und Oele
Diese Firma kenne ich aus meiner früheren Tätigkeit.

Vielleicht wirst Du doch noch fündig.


Freundliche Grüsse aus Zürich

Hermann  
Titel: Re: Wartung der Moba-Wagen
Beitrag von: Harry Lorenz in 12. September 2005, 10:02:51
Hallo Martin


Wie Hermann schon geschrieben hat, hat(te ?) Roco ein Klasse Schmierfett.

Siehe H I E R