Seite drucken - Radikalster Ansatz zur Vermeidung von Verkabelung

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Win-Digipet - deutsche Foren => Stammtisch => Thema gestartet von: Thies Frahm in 25. November 2005, 23:10:31

Titel: Radikalster Ansatz zur Vermeidung von Verkabelung
Beitrag von: Thies Frahm in 25. November 2005, 23:10:31
Ich möchte nun meine C-Gleis Anlagenplanung in die Tat umsetzen. 5 Tische aus dem Menninghaussystem, zusammen 3,60 x 2,40 Meter. 60 Weichen, Intellibox. Habe generell ein Zeitproblem, und möchte bei der Verkabelung Zeit einsparen. Habe das Gefühl dass es nur mit Einzelweichendecodern von Viessmann geht, wenngleich das auch teuer wird.
Grundidee: Jeden Menninghaustisch (1,20 x 1,20m) mit je einem Booster ausstatten, und dieser versorgt dann alles: Bahnstrom in seinem Abschnitt (=Tisch), Weichenstrom und Signale. Ausnahme: ein paar Entkupplungsgleise (mit 4-fach Decodern) und natürlich die Rückmeldemodule (Uhlenbrock mit Loconet).
Ist das eine gute Idee ?
Any Comments ?
Thies  
Titel: Re: Radikalster Ansatz zur Vermeidung von Verkabelung
Beitrag von: Dieter Egyptien in 25. November 2005, 23:35:29
Hallo Thies Frahm,

erstmal herzlich willkommen hier im Forum. Eine kurze Anrede zu Begin des Beitrags und ein kleiner Gruss zum Schluss wären nicht schlecht - ist hier bei uns so üblich .
Die Idee mit den einzelnen Booster-Kreisen ist nicht schlecht. Die Einzelweichendekoder würde ich nicht empfehlen, da bei einem Defekt die komplette Weiche rausgerissen werden muss, es sei denn du lässt einen Zugang nach unten frei. Bei den 60 Weichen würde ich aber mit 4er-Gruppen arbeiten und jeweils einen Dekoder für 4 nahe beieinander liegende Weichen nehmen - ist auch billiger. Auch würde ich die Dekoder mit eigenem Booster versorgen und den Schaltsstrom von separatem Trafo nehmen, so sparst du jede Menge 'Digitalstrom' und kannst mehre Loks fahren lassen . Das Thema wurde schon oft hier im Forum diskutiert.    
Titel: Re: Radikalster Ansatz zur Vermeidung von Verkabelung
Beitrag von: Thomas Hartung in 26. November 2005, 01:34:38
hallo dieter,

In Antwort auf:
Die Einzelweichendekoder würde ich nicht empfehlen, da bei einem Defekt die komplette Weiche rausgerissen werden muss, es sei denn du lässt einen Zugang nach unten frei.



hmmmm... dieses argument lese ich andauernd irgendwo. aber mal ehrlich: wie hoch ist die wahrscheinlichkeit, dass ein decoder vor einem antrieb abraucht? und wegen der antriebe laesst auch keiner einen zugang frei, oder? und wenn ja, dann kommt er ja (beim c-gleis) auch an die decoder...

wenn ich das falsch sehe waere ich fuer aufklaerung sehr dankbar...

mfg
thomas hartung    
Titel: Re: Radikalster Ansatz zur Vermeidung von Verkabelung
Beitrag von: Achim Mühlhaus in 26. November 2005, 02:45:56
Hallo Thomas!

In Antwort auf:
hmmmm... dieses argument lese ich andauernd irgendwo. aber mal ehrlich: wie hoch ist die wahrscheinlichkeit, dass ein decoder vor einem antrieb abraucht?



Bei nur 23 Weichen sind bei mir 2 Decoderausgänge durch defekte Weichenantriebe abgeraucht. Das ist also wahrscheinlicher als ein Lottogewinn. Ehrlich!

In Antwort auf:
und wegen der antriebe laesst auch keiner einen zugang frei, oder?



Doch, das wird oft so gemacht!

In Antwort auf:
und wenn ja, dann kommt er ja (beim c-gleis) auch an die decoder...  



....wenn der Ausschitt in der Platte oder Trasse groß genug ist, kommt man dran. Natürlich muss unter der Trasse oder der Platte auch genügend Raum für Wartungsarbeiten sein und das Wartungsloch nicht durch andere Ebenen verdeckt und damit unerreichbar werden.

In Antwort auf:
wenn ich das falsch sehe waere ich fuer aufklaerung sehr dankbar...



Eigentlich kannst Du das sehen wie Du willst, aber dankbar kannste trotzdem sein!  

Gruß von DEM Achim, dem glücklicherweise die Antriebe und Decoder von Tante M ersetzt wurden.        
Titel: Re: Radikalster Ansatz zur Vermeidung von Verkabelung
Beitrag von: Martin Lutz in 26. November 2005, 10:05:27
Hallo Thies,

Deine Anlage braucht ziemlich sicher nicht 5 Booster. Ich denke, zwei oder drei müssten hier völlig ausreichen. Je nach dem, was du für welche einsetzen willst. Pro Booster brauchst du auch einen Trafo. Jetzt musst du mal rechnen: Was ist teurer, die Kabel oder Booster?

Was die Einzeldecoder angeht:

Nun, man kann wegen der Austauschbarkeit schon den Vergleich zum Antrieb nehmen. Ist klar, dass der Antrieb auch nicht auswechselbar ist, ohne dass man gleich die ganze Weiche ausbauen muss.

So jetzt argumentiere ich nochmals anders:

Das Märklin C-Gleis ist eigentlich ein Spielgleis und ist perfekt für den schnellen Auf und Abbau (oder Teppichanlagen). Aber wenn es fest in die Anlage eingebunden wird, tauchen eben schnell die Fragen auf: "ja was ist denn mit dem Antrieb oder dem Unterflurdecoder, wenn mal was kaputt geht?? Muss ich dann die Weiche aus dem womöglich noch zusätzlich eingeschotterten Umgebung rausreissen?" Ich glaube nicht, dass die Weiche dann das einzige Schienenstück ist, dass man dann mühsam aus der andschaft herausschneiden muss.

Ich frage mich immer noch, weshalb so viel Anlagenbauer auf das C-Gleis setzen?

Ich würde für eine Anlage immer noch auf das K-Gleis (und hoffentlich einmal einen Nachfolger) setzen. Hier gibt es immerhin ein Flexgleis.

Ich würde immer empfehlen, die Elektronik und Antriebe so in die Anlage einzubauen, dass man von unten irgendwie dazu kommt. So dass man bei einem Defekt immer ohne Landschaden reparieren kann.

Das Gesetz von Murphy schlägt immer zu: es geht garantiert genau das kaputt, dass am kompliziertesten auszutauschen ist.  

Gruss
 
Titel: Re: Radikalster Ansatz zur Vermeidung von Verkabelung
Beitrag von: Oliver L. in 26. November 2005, 11:27:12
Thies,

vergiss nicht, dass Du die Masse auch bei separaten Boostern verbinden musst - irgendeine Verkabelung zwischen den Tischen ist also immer nötig. Ich habe vier Platten (2 oben, 2 unten) und ich habe 3-fach-Stecker für Masse,  Digital-Fahrstrom und Licht/Weichenstrom eingesetzt. Dazu muss nur noch das Loconet eingeklipst werden und fertig ist die Verkabelung. Ein weiterer Vorteil: Im Moment reicht mir eine IB, sollte das irgendwann nicht mehr ausreichen, reicht es, eine Ader dieses 3-adrigen Kabels irgendwo zu trennen.

Oliver
Titel: Re: Radikalster Ansatz zur Vermeidung von Verkabelung
Beitrag von: Kurt Prosch in 26. November 2005, 11:55:20
Hallo Martin,

über die Austauschbarkeit von Antrieben und Decodern ist ja schon viel geschrieben worden. Ich geb Dir auch recht, was Deine Beschreibung des C-Gleises angeht, aber was uns alle normalerweise limmitiert, ist doch der Platz. Ich habe noch recht viel davon (8m x 2,5m), im Vergleich zu anderen, aber auch bei mir ist der Großteil der Weichen von unten überhaupt nicht zu erreichen (SBH, Über-Unterführungen, Elektrobauteile etc.). Nachdem ich vor Jahren mit K-Gleis begonnen hatte, stellte ich fest dass das grössere Problem nicht die Antriebe waren, sondern das Verklemmen und Verkleben der Weichenmechanik (besonders nach längeren Fahrpausen). Um so eine Mechanik wieder gangbar zu machen ist es fast immer nötig, ein Radikalkur (z.B.Ultraschallbad) vorzunehmen, also auch Ausbau. Die "Landschaftszerstörung ist aber beim K-Gleis fast noch grösser. Also bin ich Umgestiegen auf C-Gleis, zugegeben ein Kompromiss, aber zu Gunsten der Betriebsicherheit. C-Gleisweichen sind deutlich weniger anfällig gegen die erwähnten Störungen. Es macht meiner Meinung nach wenig Sinn, eine Unmenge Geld in hochwertige Mechanik, Elektronik u. Software zu investieren, damit kein "Unfall" geschehen kann , aber dann den Crasch wegen einer verklemmten Weiche zu riskieren. Da das C- Gleis bei ein wenig Nachbehandlung auch recht passabel ausieht, scheint mir diese Lösung die bessere. Da aber alles im Leben eine Geschmacksfrage ist, muss die auch jeder für sich entscheiden.

Gruss Kurt