Seite drucken - Fragen zum Aufbau von Rückmeldekontakten und Einbindung von Entkuppelgleisen

windigipet.de

Win-Digipet - deutsche Foren => Stammtisch => Thema gestartet von: Stefan Kirner in 19. Dezember 2005, 10:03:53

Titel: Fragen zum Aufbau von Rückmeldekontakten und Einbindung von Entkuppelgleisen
Beitrag von: Stefan Kirner in 19. Dezember 2005, 10:03:53
Hallo liebe Kollegen,

trotz oder gerade wegen Workshop 11 hätte ich noch ein paar Fragen ans Forum zum Thema Rückmeldekontakte.

1) Paradestrecke
Meine Paradestrecke ist 13 m lang + 5m verdeckt im Berg.
1a) Ist es in der Praxis sinnvoll für diese Strecke nur eine Blockstelle zu machen oder würdet ihr mehr machen.
1b) Kommt man im Bereich der Blockstelle mit 3 RMK aus oder sind mehr sinnvoll.
1c) Wie lange sollen die RMK jeweils sein? Reichen z.B 40cm als Brems RMK vor dem Bahnhofsweichenfeld?

2) Bahnhof:
Mein siebengleisiger Bahnhof besteht überwiegend aus Gleislängen von 1,8m bis 2,0m
Hr. Burkart schreibt im WS11, dass der Bremskontakt ca 30 cm lang sein soll. Das sind 2 gerade C-Gleise. Macht es Sinn die restliche Strecke ebenfalls alle 2 Gleise (ca. 30 cm) mit einem RMK zu versehen (ergibt dann 6 RMK pro Gleis)oder ist das zuviel / nutzlos?

3) Entkupplungsgleise
In meinem Bahnhof möchte ich auf 4 der Gleise Entkupplungsgeleise einbauen um z.B. einen Lokwechsel machen zu können. Wie binde ich dieses am besten in die RMK ein um einen automatischen Betrieb zu ermöglichen ?
Soll das Entkupplungsgleis einen eigenen RMK bekommen oder mit einem Gleis davor, zusammen einen RMK bilden. Bitte um Tips aus Euerer Erfahrung.

Ein spannendes Thema, bin mal gespannt auf Eure Rückmeldungen  

Viele Grüße aus dem verschneiten Bayern
Stefan    
Titel: Re: Fragen zum Aufbau von Rückmeldekontakten und Einbindung von Entkuppelgleisen
Beitrag von: Thorsten Haller in 19. Dezember 2005, 10:40:49
Hallo Stefan,

ich möchte mal allgemein auf deine Fragen antworten. Generell läßt sich sagen, je mehr RMK du einsetzt desto flexibler bist du später im Betrieb.
Auf langen Bahnhofsgleisen würde ich durchaus mehr RMK vorsehen. Dann kann man auch mal kurze Züge mittig am Bahnsteig anhalten lassen.
40 cm als Stopp-Kontakt sind völlig ausreichend.
Auf freier Strecke sollte man mit RMK auch nicht zu geizig sein. Dann kann man zum einen die Zugfolge erhöhen, zum anderen hat man Kontakte um Ereignisse auslösen zu können.  
Titel: Re: Fragen zum Aufbau von Rückmeldekontakten und Einbindung von Entkuppelgleisen
Beitrag von: B.Michaelsen in 19. Dezember 2005, 17:05:54
In Antwort auf:
Meine Paradestrecke ist 13 m lang + 5m verdeckt im Berg.
1a) Ist es in der Praxis sinnvoll für diese Strecke nur eine Blockstelle zu machen oder würdet ihr mehr machen.
1b) Kommt man im Bereich der Blockstelle mit 3 RMK aus oder sind mehr sinnvoll.
1c) Wie lange sollen die RMK jeweils sein? Reichen z.B 40cm als Brems RMK vor dem Bahnhofsweichenfeld?

 



Moin Stefan !

Nach Adam Riese hast Du dann ca. 8 m sichtbare Paradestrecke. Auf dieser Strecke allein würde ich mindestens drei Blöcke einrichten.
Jeder dieser Blöcke kommt minimal mit 2 (besser ist 3) S88-Kontakten aus.

Auch wenn Du mit schnellem Personenverkehr auf einer solchen Strecke fährst, sieht es unglaublich gut aus, wenn die "grüne Welle" mit dem Zug mitläuft. Klar, dass man mit Vorsignalen noch schönere Lichtspiele bekommt......

40 cm würden langen, aber alle Preiserlein bekleckern sich bei diesen Gewaltbremsungen im Speisewagen die Ausgehanzüge ! Besser ist es mit etwas mehr Strecke zwischen Brems und Stopkontakt zu arbeiten !    

Herzlichen Gruss

Bernd Michaelsen  
Titel: Re: Fragen zum Aufbau von Rückmeldekontakten und Einbindung von Entkuppelgleisen
Beitrag von: Peter Ploch in 19. Dezember 2005, 17:31:27
Hallo Bernd,

sorry, aber nach dem berühmten Adam sind das insgesamt 18m, 13m plus 5m im Berg. Das sind ja traumhafte Verhältnisse! Auch ich würde ca. alle 2 bis 2,5 m einen Block installieren. Damit ist es dann ja wunderschön einen Blockstellenbetrieb zu beobachten!
   
Titel: Re: Fragen zum Aufbau von Rückmeldekontakten und Einbindung von Entkuppelgleisen
Beitrag von: Stefan Kirner in 19. Dezember 2005, 21:56:05
Hallo Bernd,

mit den 40cm hatte ich natürlich den Stoppkontakt gemeint. Der Bremskontakt wäre natürlich länger.
Genau um diese Fragen geht es mir aber. Sind 40cm für den Stopkontakt zu lange ? Wie lange soll der Bremskontakt sein ?
Ist ein Block mit 2-3 Meter nicht zu kurz wenn die Züge schon 1,8m Länge haben. Möchte kein Stop and Go.

Wäre schön wenn Du mir nochmal antwortest.

Grüße
Stefan  
Titel: Re: Fragen zum Aufbau von Rückmeldekontakten und Einbindung von Entkuppelgleisen
Beitrag von: ottochen (Thomas) in 19. Dezember 2005, 22:44:06
Hallo Stefan,

du darfst das nicht alles aus der jetzt Situation sehen! Es kommt sicher die Zeit, wo Du mal mehr Züge hast und froh seien wirst einen zusätzliche Block zu haben. Ich habe zb. meine Rückmeldekontakte ca. alle 50cm und dort wo ich den Zug mal anhalten soll auch kürzer halt noch mit Stop und Bremskontakt ausgestattet. Bereue es im Moment das ich für meinen Gleiswendel zu wenig Kontakte benutzte und somit langsam nur den Gleiswendel hochfahren kann... Von mir auch der Tip wie von den anderen spare nicht an RMK. Falls Du Sie im moment noch nicht alle benutzen willst mach folgendes. Teile die Gleise in Abschnitte ein und lege dann erstmal mehrere Abschnitte auf einen RMK so bist Du für die Zukunft gerüstet!!!

Mal noch zu Deiner Frage:

Der Block-Abschnitt muss mindestens so lang sein wie der längste Zug! 40cm ist eine gute Länge für den Stopkontakt, habe auch im Bhfsbereich kürzere unter 10cm dort fährt aber auch der Zug langsam. Kommt also immer auf die Situation an! Wenn Du einen ICE mit 300km/h auf 0 bremsen willst, werden die 40cm nicht reichen :-) Ansonsten kannst Du ja den Weg von Vorsignal zum Signal (1000m) umrechnen in deinen Maßstab !!!  
Titel: Re: Fragen zum Aufbau von Rückmeldekontakten und Einbindung von Entkuppelgleisen
Beitrag von: Karlheinz Battermann in 20. Dezember 2005, 00:11:35
Hallo Stefan,
mit den Rückmeldestrecken solltest du, wenn möglich, nicht geizen, so wie meine Vorredner auch schon geschrieben haben.

Ich habe bei mir folgende Rückmeldeabschnitte vorgesehen:
1. Stopp-Kontakt vor dem Signal 36cm (2 Gleislängen)
2. Bremskontakt 54cm (3 Gleislängen)
3. Streckenkontakt (K3) zum ersten Abbremsen des Zuges vor dem Signal ebenfalls 54cm
4. die restliche Länge der Blockstrecke eventuell auch noch auf die Streckenkontakte (K1 und K2) aufgeteilt, je nach Blockstrecke.

Beim Bau der Anlage würde ich es immer mindestens so aufteilen und bei Geldmangel, so wie Thomas gechrieben hat, einfach Kontaktstrecken zusammen an einen Decoder führen und später aufsplitten.  
Titel: Re: Fragen zum Aufbau von Rückmeldekontakten und Einbindung von Entkuppelgleisen
Beitrag von: xerxes in 20. Dezember 2005, 00:14:56
Hallo Stefan,

Du schreibst das Deine Bahnhofsgleise zw. 1,8 und 2,0 mtr lang sind. Demzufolge beabsichtigst Du, auch wegen der schlanken Weichen, Züge um die 1,6 mtr Länge zu fahren. Wenn meine Annahme richtig ist, würde ich an Deiner Stelle für jeden Block die doppelte Zuglänge zugrunde legen und wie folgt aufteilen. Stoppkontakt ca 30 - 40 cm und den Bremskontakt 60 - 80 cm vor den Stoppkontakt legen. Somit würdest Du mit diesen beiden Kontakten 1,0 m - 1,2 mtr überwachen. Der dritte Kontakt wäre dann für die Reststrecke von ca 2,0 mtr, die Du dann nochmals in jeweils 2 x 1,0 mtr aufteilen kannst, jedoch in einem Kontakt vorerst zusammenfaßt. Auf diese Art und Weise hast Du 1 Kontakt in Reserve für spätere Aufgaben. Durch diese Aufteilungsanordnung bist Du auch in der Lage lange Güterzüge, die für Deine Bahnhofsgleise zu lang sind, über  Deine Paradestrecke zu leiten. Jedoch solltest Du denn auch ein Heimatgleis für derart lange Züge, z.B. im Schattenbahnhof, vorhalten. Mit der zuvor geschilderten Aufteilung würdest Du auf Deiner Paradestrecke 5 Blöcke mit je 3 RMK (Reserve 1) erhalten. Das reicht auf jeden Fall für 4 Züge plus 1 im Bahnhof aus.
Merke: Die notwendige Länge des Blocks richtet sich nach dem längsten auf der Anlage befindlichen Zug!!  
Titel: Re: Fragen zum Aufbau von Rückmeldekontakten und Einbindung von Entkuppelgleisen
Beitrag von: Stefan Kirner in 20. Dezember 2005, 16:51:04
An Alle,
vielen Dank für die vielen Tips. Das bringt mich schon deutlich weiter wenngeleich ich auch noch ein paar Fragen habe. Hoffentlich habt ihr noch Geduld mit mir und gebt mir nochmal Eure Ratschläge.

1) Der verdeckte Teil (5m) meiner Paradestrecke besteht aus einer Steigung von 4% (d.h. auf 5m Länge = 20cm Höhe) die schnurgerade im Berg verläuft. Ist es ratsam diese Steigung ebenfalls in Blöcke aufzuteilen oder nur einen zu machen ?

2) Die Paradestrecke ist zweigleisig. Macht es Sinn auf beiden Strecken die Blöcke symetrisch (mit Stoppkontakt) aufzuteilen oder orientiert man sich an der Fahrtrichtung (Rechtsverkehr DB) ?

3) Da ich zu 90% nur schlanke Weichen verwende sind zwischen den Weichen immer diese kurzen (ca. 6cm) Gleise systembedingt nötig. Ist es ratsam diese als RMK zu nutzen ? Es ist nicht geplant die Weichen in die RMK einzubinden !

4) Zum Thema Entkupplungsgleise aus meiner Eingangsmail gab es bisher noch keine Rückmeldung sicher habt Ihr dazu auch noch einige Tips.

Viele Grüße aus dem weihnachtlichen Süden
Stefan

P.S: Nun sollte auch mein Profil sichtbar sein  
Titel: Re: Fragen zum Aufbau von Rückmeldekontakten und Einbindung von Entkuppelgleisen
Beitrag von: Norbert Burkert in 20. Dezember 2005, 17:37:13
Hallo Stefan,
noch ein paar Antworten direkt hinter den jeweiligen Fragen:

In Antwort auf:
An Alle,
1) Der verdeckte Teil (5m) meiner Paradestrecke besteht aus einer Steigung von 4% (d.h. auf 5m Länge = 20cm Höhe) die schnurgerade im Berg verläuft. Ist es ratsam diese Steigung ebenfalls in Blöcke aufzuteilen oder nur einen zu machen?




Es ist auf keinen Fall ratsam einzelne RMK länger als 1,5m zu machen. Denn im Gleis ist genau die Situation, die man bei Digitalstrom und RMK-Leitungen vermeiden soll, lange parallele Strecken die Störungen in das S88 System bringen können. Denn der Mittelleiter (Bahnstrom)und die Außenschienen (RMK) liegen gerade mal ca. 8mm auseinander.

Der Idealfall auf einer MOBA ist das der kürzeste Block ca. 30cm länger, als der längste Zug. Aber es macht bei einer lückenlosen Überwachung auch gar nichts wenn der Zug zwei Blöcke belegt (so ist es bei mir)

Das heißt, 5m Gleislänge würde ich in 2 Blöcke mit je 3 RMK teilen.

In Antwort auf:

2) Die Paradestrecke ist zweigleisig. Macht es Sinn auf beiden Strecken die Blöcke symmetrisch (mit Stoppkontakt) aufzuteilen oder orientiert man sich an der Fahrtrichtung (Rechtsverkehr DB)?





Ich würde die Blöcke dem Verkehr anpassen. Sie müssen nicht symmetrisch parallel verlaufen. Wie ich schon erwähnt habe der Zuglänge anpassen.

In Antwort auf:


3) Da ich zu 90% nur schlanke Weichen verwende sind zwischen den Weichen immer diese kurzen (ca. 6cm) Gleise systembedingt nötig. Ist es ratsam diese als RMK zu nutzen? Es ist nicht geplant die Weichen in die RMK einzubinden!





Dies ist nicht nötig wenn du Disziplin bei der Zuglänge einhältst. Das heißt es ist sichergestellt, dass in keinem Fall der "letzte" Waggon noch im Weichenbereich steht.

In Antwort auf:


4) Zum Thema Entkupplungsgleise aus meiner Eingangsmail gab es bisher noch keine Rückmeldung sicher habt Ihr dazu auch noch einige Tipps.




Nun habe ich die Frage auch richtig verstanden. Ich würde die Entkupplungsgleise als letztes Gleis vor (in Fahrtrichtung gesehen) dem Stoppkontakt anordnen. Denn so stehen Loks bis auf wenige Zentimeter sowieso schon über dem Entkupplungsgleis. Das genaue Kuppelmanöver muss man sowieso durch "Feintuning" mit Profilen erledigen, denn durch die verschiedenen Loklängen und Auslaufverhalten gibt es hier kein generelles Maß.
 
Titel: Re: Fragen zum Aufbau von Rückmeldekontakten und Einbindung von Entkuppelgleisen
Beitrag von: xerxes in 20. Dezember 2005, 17:41:54
Hallo Stefan,

angelehnt ans Vorbild würde ich den Rechtsverkehr vorziehen und die RMK aus den sich daraus ergebenden Notwendigkeiten anordnen. Deine Steigung von 4% ist ganz schön happig! Besteht nicht die Möglichkeit durch ein paar Verlängerungsbögen die Strecke so zu strecken das sie eher an 3% liegt? Das Material wird es Dir mit längerer Lebensdauer danken.
Desweiteren solltest Du auf jeden Fall den Einsatz eines eigenen Boosters für jedes Richtungsgleis vorsehen. Bei einem Max. von 5 Zügen pro Richtung, wirst Du den benötigen.  
Titel: Re: Fragen zum Aufbau von Rückmeldekontakten und Einbindung von Entkuppelgleisen
Beitrag von: Thorsten Haller in 20. Dezember 2005, 17:45:44
Hallo,

zu 1.: Ich würde die Strecke auf jeden Fall nochmal unterteilen. Ob ein Halt und Wiederanfahren in der Steigung sinnvoll ist, können nur Fahrtests mit deinem Rollmaterial beantworten. Mehr RMK erlauben dir mit Teilfreigaben von FS eine dichtere Zugfolge. Außerdem bieten dir mehr Kontakte die Möglichkeit flexibler Ereignisse auszulösen-

zu 2.: Klare Antwort: Das kommt drauf an . Ich kenne deinen Gleisplan und auch deine geplanten Betriebsabläufe nicht.

zu 3.: Wenn du die Weichen nicht in die Rückmeldung einbindest, lohnt es sich nicht, daß für das kurze Gleisstück zu tun. Allerdings bin ich ein Freund der lückenlosen Überwachung. Gerade bei Weichenstraßen hat man dann leicht mal eine längere nicht überwachte Strecke.

zu 4.: Dazu kann ich dir leider nichts sagen. Evtl. muß man hier auch ein bischen experimentieren.
Titel: Re: Fragen zum Aufbau von Rückmeldekontakten und Einbindung von Entkuppelgleisen
Beitrag von: Dr. J. Schmidt in 20. Dezember 2005, 18:16:36
Hallo zusammen,
ich habe eine Paradestrecke, welche genau eine Zuglänge lang ist.
Ich habe beide Strecken symmetrisch angeordnet.
Ich fahre mit ausweichendem Linksverkehr. Der Güterzug steht links vor einem Blocksignal und der ICE rauscht vorbei. Das sieht sehr gut aus.
Auf der Paradestrecke sind rechts und links je zwei Blocksignale für den Ausweichlinksverkehr.

Nur als kleine Anregung.
Ich wünsche noch schöne Tage bis Weihnachten    
Titel: Re: Fragen zum Aufbau von Rückmeldekontakten und Einbindung von Entkuppelgleisen
Beitrag von: Karlheinz Battermann in 20. Dezember 2005, 19:07:40
Hallo Stefan,
zur Planung deiner Paradestrecke solltest du dir auch einmal meinen gerade erstellten Wokshop Nr. 13 auf meiner Internetseite (siehe unten) ansehen. Vielleicht kannst du davon einiges verwenden, denn dort ist sehr ausführlich auch die Signalisierung dargestellt.
Ob du deine zweigleisige Paradestrecke auch in beiden Richtungen befahren möchtest, hängt von deinen Wünschen und auch Möglichkeiten auf der Anlage ab. Ich persönlich würde es auf jeden Fall machen, denn es sieht immer wieder sehr gut aus, wenn ein langsamer Zug von einem ICE links oder rechts überholt wird. Im Großbetrieb sind alle zweigleisigen Strecken so ausgerüstet.
 
Titel: Re: Fragen zum Aufbau von Rückmeldekontakten und Einbindung von Entkuppelgleisen
Beitrag von: Stefan Kirner in 20. Dezember 2005, 21:28:30
An Alle meinen herzlichsten Dank!
Jetzt denke ich fürs erste mal alle nötigen Anregungen zu haben um während der Feiertage gelegentlich im Moba Keller abtauchen zu können um die vielen RMK einzubauen :-).

Karlheinz, bezüglich der Signale und dem Überholbetrieb auf der Paradestrecke würde mich noch eines interessieren. Bedeutet das, dass auf beiden Gleisen (Parallelgleis) in beiden Richtungen an jedem Block Signale stehen. D.h. 4 Stück mit jeweils Haupt und Vorsignal an einem Mast ?

Viele Grüße
Stefan  
Titel: Re: Fragen zum Aufbau von Rückmeldekontakten und Einbindung von Entkuppelgleisen
Beitrag von: Stefan Kirner in 20. Dezember 2005, 21:35:40
Hallo Norbert,

verstehe ich das richtig, dass Du das Enkupplungsgleis dem Brems RMK zuordnen würdest. Oder leiber doch einen eigenen RMK für das Entkupplungsgleis.

Noch eins, welche Länge ist für die StoppRMK im Bahnhof sinnvoll ? Reicht eine C-Gleis Länge (Ca 18cm) oder besser zwei ?

Danke und Grüße
Stefan  
Titel: Re: Fragen zum Aufbau von Rückmeldekontakten und Einbindung von Entkuppelgleisen
Beitrag von: Karlheinz Battermann in 21. Dezember 2005, 08:38:03
Hallo Stefan,
das hängt wieder davon ab, was du bauen möchtest, denn im Großbetrieb ist es auch nicht immer gleich. Es gibt Strecken, da sind die Blöcke in beiden Richtungen gleich ausgestatttet, also z.B. in beiden Richtungen 4 Blöcke. Aber ich kenne auch viele Strecken, da sind in der normalen Fahrtrichtung (rechts) z.B. 5 Blöcke eingerichtet und auf dem Gegengleis nur 1 Block.
Da kannst du also selber entscheiden. Ich habe es bei mir mal so und mal so eingerichtet, damit es immer wieder unterschiedlich ist. Die Signale stehen auf solchen Strecken dann auch in jeder Richtung, wobei sie bei der Gegenrichtung meist links vom Gleis stehen, denn die Gleise liegen aus Platzgründen immer sehr dicht nebeneinander und da hätten die Signale zwischen den beiden Gleisen keinen Platz mehr.

Und zu deiner Frage mit der Länge des Stoppkontaktes, ich würde in der Regel 2 C-Gleislängen nehmen. Aber wenn du sehr langsam auf den Stoppkontakt zu fahren willst, so reicht auch 1 Gleislänge. Je langsamer sich der Zug diesem Stoppkontakt nähert, je kürzer kann der Kontakt auch sein, damit der Zug dann auch zum Halten kommt. Bei der großen Bahn fährt der Zug ja auch langsam an das Signal heran oder kommt am Bahnsteig zum Halten.
Ein Fahrtbetrieb mit "Stop & Go" sieht doch sowieso nicht gut aus und sollte bei Digitalsteuerung möglichst vermieden werden.  
Titel: Re: Fragen zum Aufbau von Rückmeldekontakten und Einbindung von Entkuppelgleisen
Beitrag von: Jürgen Gräbner in 21. Dezember 2005, 09:30:15
Hallo zusammen,

im Beitrag von Karlheiz steht, dass evtl. auch eine C-Gleislänge als Stoppkontakt reichen würde. Davon würde ich aber abraten, da bei D-Zugwagen (zumindest bei denen im Längenmaßstab 1:87) der lichte Abstand zwischen den Drehgestellen bzw. den Achsen 19 cm beträgt. Unter ungünstigen Umständen kann der Kontakt von einem solchen Wagen nicht als belegt gemeldet werden, da sich keine Achse im Kontaktbereich befindet. Um sicheren Kontakt zu gewährleisten, sollte der Kontakt schon 30 bis 40 cm lang sein. Dadurch befinden sich immer mindestens 4 Achsen in der Kontaktstrecke.
Titel: Re: Fragen zum Aufbau von Rückmeldekontakten und Einbindung von Entkuppelgleisen
Beitrag von: Bernd Sorgenfrei in 21. Dezember 2005, 10:02:04
Hallo Stefan,

wie auch Karlheinz Battermann schon schrieb, kommt es darauf an, was man darstellen möchte. Wir betreiben ja eine  Modell eisenbahn. So ist m.E. die Epoche sehr wichtig. Gleiswechselbetrieb, also die Möglichkeit, beide Gleise einer zweigleisigen Strecke in gleicher Richtung zu befahren, ist ein relativ modernes Betriebsverfahren auf stark befahrenen Strecken (auch wenn es das schon lange gibt). Es bedingt Lichtsignale und moderne Fahrzeuge.

Verwendet man als Blocksignale Formsignale, so stehen sie für beide Richtungen nahe zusammen. Das liegt daran, dass sie beim Vorbild manuell von einem Wärterhäuschen aus bedient wurden. Lichtsignale der freien Strecke werden i.d.R. als Selbstblocksignale eingesetzt und stehen oft sehr eng bis hin zum Bremswegabstand (1000 m). Hier ist man sehr frei in der Einteilung der Blöcke.

Ich finde aber, Blockstellen im  sichtbaren Bereich sollten nicht zu kurz sein. Es sieht nicht schön aus, wenn das Ende eines vor dem Signal haltenden Zuges direkt am vorliegenden Signal steht. Überhaupt meine ich, fahren meist zu viele Züge über zu viele Gleisen und Weichen. Ich habe 2,5 m lange Züge und die Blockstellen mit etwa 4-5 m Länge vorgesehen.  Ich habe allerdings auch Platz. Aber das sieht ganz gut aus. Also was ich sagen will ist, nicht nur unter WDP-Gesichtspunkten planen, sondern auch unter dem Aspekt eines Modells der großen Bahn.  
Titel: Re: Fragen zum Aufbau von Rückmeldekontakten und Einbindung von Entkuppelgleisen
Beitrag von: Edwin Schefold in 21. Dezember 2005, 14:54:11
Hallo Stefan

Hier mal ein Tipp meinerseits zum Thema abkuppeln.

Ich habe diese Variante bei mir realisiert und sie funktioniert recht gut.
Zur Zeit baue ich alle Abkuppelgleise auf diese Art um (13 Stück)!
Im Anhang habe ich dies versucht zu beschreiben, ich hoffe es hilft dir und anderen weiter.
 
Titel: Re: Fragen zum Aufbau von Rückmeldekontakten und Einbindung von Entkuppelgleisen
Beitrag von: Karlheinz Battermann in 21. Dezember 2005, 15:58:42
Hallo Jürgen,
warum darf der Stoppkontakt denn nicht nur 1 C-Gleislänge sein? Der Stoppkontakt befindet sich doch direkt vor dem Signal und dort soll der Zug doch zum Halten kommen und wenn dann, so wie ich geschrieben habe, sehr langsam an das Signal herangefahren wird, so steht mit Sicherheit der Zug auch auf diesem Kontakt. Auch wenn du einen Wendezug mit den langen D-Zugwagen fährst, so steht ebenfalls mit Sicherheit das erste Drehgestell noch auf dem Stoppkontakt. Würde es nicht so sein, dann wäre der Zug zu schnell an das Signal herangefahren und würde über dem Signal stehen, was ja nicht sein soll und darf.
Oder hast du jetzt den Stoppkontakt mit dem Bremskontakt verwechselt? Der muss ich jedem Fall länger als eine C-Gleislänge sein.  
Titel: Re: Fragen zum Aufbau von Rückmeldekontakten und Einbindung von Entkuppelgleisen
Beitrag von: Stefan Kirner in 21. Dezember 2005, 23:30:09
Nochmal vielen Dank für all die tollen Tips. Mit all den Anregungen finde ich sicher auch die für mich optimale Lösung. Euren einstimmigen Rat lieber etwas mehr RMK einzuplanen werde ich dabei beherzigen. Aufgrund der verwendeten Steckverbindungen habe ich dann immer noch genügend Flexibilität die Kontaktlängen zu varieren.

Euch allen mein besonderer Dank, ein Frohes Fest und einen Guten Rutsch ins Neue Jahr

Stefan  
Titel: Re: Fragen zum Aufbau von Rückmeldekontakten und Einbindung von Entkuppelgleisen
Beitrag von: Jürgen Gräbner in 22. Dezember 2005, 17:18:11
Hallo Karlheinz,

ich hoffe, dass es jetzt nicht zu sehr "off Topic" wird. Warum ich eine C-Gleis Länge als zu kurz erachte hatte ich ja geschrieben. Und das gilt (für mich) für jeden Kontakt, egal ob Stopp-, Bremms-, oder Streckenkontakt. Ein Kontakt muß (für mich) so beschaffen sein, dass er in möglichst allen Betriebssituationen auch sicher den Gleiszustand anzeigt und nicht nur im normalen (optimalen) Zustand. Wenn immer alles optimal laufen würde, bräuchten wir im Auto keinen Sicherheitsgurt  
Titel: Re: Fragen zum Aufbau von Rückmeldekontakten und Einbindung von Entkuppelgleisen
Beitrag von: Stefan Kirner in 25. Dezember 2005, 11:27:54
Hallo Forum,

nun komme ich doch nochmal mit einer Verständnissfrage zu dem Thema zurück.
Wenn ich einen Brems RMK (54 cm) mit anschließendem Stopp RMK (30 cm) betrachte. Wie definiert sich dann der physikalische Stop einer Lok bei Betrieb mit WDP ?
Wird bei erreichen des Stopp RMK eine Stopp Befehl gesendet und die Lok hält entsprechend Ihren Auslaufeigenschaften an oder läßt sich der Stoppunkt mit entsprechender Zeitverzögerung definieren.
Hoffentlich war meine Frage deutlich. Mir geht es schlicht darum, dass in der obigen Konstellation die Loks nicht sofort am Beginn der 30cm RMK Strecke stehen bleiben sondern am besten nach ca 15 cm (also mittig). Ansonsten kann ich meine Bahnhofsgleise nicht voll ausnutzen.

Danke schon mal für Eure Antworten und noch schöne Feiertage.

Stefan    
Titel: Re: Fragen zum Aufbau von Rückmeldekontakten und Einbindung von Entkuppelgleisen
Beitrag von: Hermann Hafner in 25. Dezember 2005, 13:30:08
Hallo Stefan

Sowohl als auch, Du kannst das frei definieren.

Bei der FS-Definition mittels sofortigem Stopp oder Auslauf mittels Rampe und Verzögerung.
Dann kannst Du ja für jede Lok noch ein Profil erstellen, das die Lok ganz individuell abbremst und auch zum Stehen bringt.

Zudem kannst Du eine UND Verknüpfung für den Stopp setzen, damit wird erreicht, dass der der Zug soweit auf dem Stoppkontakt vorfährt bis der letzte Wagen z.B. die letzte Weiche verlassen hat.


Freundliche Grüsse aus Zürich

Hermann  
Titel: Re: Fragen zum Aufbau von Rückmeldekontakten und Einbindung von Entkuppelgleisen
Beitrag von: Stefan Kirner in 25. Dezember 2005, 14:06:06
Hallo Hermann,

danke für die Info. WDP ist einfach ein klasse Tool. Damit kann ich meine Stoppkontakte im Bahnhof mit 2 C-Gleislängen festlegen und verschenke trotzdem nich zuviel Platz.

Viele Grüße
Stefan