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Win-Digipet - deutsche Foren => Win-Digipet allgemein => Thema gestartet von: Heinrich Wirth in 05. Januar 2008, 11:48:34

Titel: Frage zur Rückmeldung von einem Anfänger
Beitrag von: Heinrich Wirth in 05. Januar 2008, 11:48:34
Hallo und guten morgen,
ich lese hier schon ne ganze Weile mit, bin aber erst jetzt soweit, dass ich mit der Verkabelung beginnen kann und habe auch schon die erste Frage.
Meine Anlage besteht aus einer eingleisigen Strecke mit Bahnhof und Schattenbahnhof.
Beide Bahnhöfe können in beide Richtungen befahren werden.
Als Hardware habe ich Lenz digital Plus LZV 100 3.5, LI 101F, Weichendecoder von Kreischer, und Lenz LS 150.
Meine Schienen und Weichen sind von Minitrix.
Als Rückmeldemodul wollte ich den RS 8 von LDT und somit den RS-Bus nutzen.
Meine Software ist Windigipet Small X
Folgender Stand ist erreicht:
Jetzt wollte ich das RS 8 Rückmeldemodul von LDT anschließen und habe mir dazu das Handbuch von WDP zur Brust genommen.
Hierin ist beschrieben, dass ich im Gleisbild je einen Start und einen Zielkontakt sowie einen Bremskontakt benötige...
Das heisst ich bräuchte min. 3 isolierte Gleisabschnitte, wenn ich das über das RS 8 von LDT machen möchte??? Ist das richtig? (bei 8 Eingängen und ca € 60.- pro RS 8 sehr kostenintensiv)
Bin ich hier auf dem Holzweg oder habe ich das richtig verstanden?
Wie meldet Ihr auf Euren Anlagen zurück?
Gibt es hier preiswerte Alternativen? Wie gesagt ich habe noch nichts verkabelt und könnte auch noch auf den S88-Bus zum Rückmelden wechseln!
Kann mich hier vielleicht mal jemand an die Hand nehmen und mir bei meinen ersten WDP Schritten helfen?
Den WDP Gleisplan könnte ich hier einstellen, ich weiss nur nicht wie das geht..

Vielen Dank im Voraus
Heinrich Wirth

PS: Die Suche hat mir zwar viele Anfängerfragen und Tipps gebracht aber meine Frage leider nicht beantworten können.
Titel: Re: Frage zur Rückmeldung von einem Anfänger
Beitrag von: Dirk Kehl (juniordigital) in 05. Januar 2008, 12:36:27
Hallo Heinrich,

zunächst einmal herzlich Willkommen hier im Forum.

ZitatHierin ist beschrieben, dass ich im Gleisbild je einen Start und einen Zielkontakt sowie einen Bremskontakt benötige...
Das heisst ich bräuchte min. 3 isolierte Gleisabschnitte, wenn ich das über das RS 8 von LDT machen möchte??? Ist das richtig?
Ja ist richtig! Ich hatte am ANfang meiner Digitalzeit (Anfang 2007) auch ausprobiert und getestet, bin dann auch zu dem Entschluß gekommen mit mind. 3 RMK pro Gleisabschnitt (Block) zu fahren. Heute würde ich zwar den einen oder anderen RMK noch mehr einbauen, aber ein reibungsloser ABlauf ist sehr gut und ohne Probleme mit den 3 RMK´s möglich.
Zitat(bei 8 Eingängen und ca € 60.- pro RS 8 sehr kostenintensiv)
Korrekt!

ZitatGibt es hier preiswerte Alternativen?
Ich selbst melde über den s88 über ein HSI-88-USB von Littfinski Datentechnik.
Rückmelder gibt es genügend auch in günstigen Ausführungen.

Sende Dir noch eine PN, achte bitte auf "MEINE MITTEILUNGEN"
Titel: Re: Frage zur Rückmeldung von einem Anfänger
Beitrag von: Gian Bott in 05. Januar 2008, 13:01:13
Hallo,

Zitat von: Heinrich Wirth in 05. Januar 2008, 11:48:34
Hierin ist beschrieben, dass ich im Gleisbild je einen Start und einen Zielkontakt sowie einen Bremskontakt benötige...
Das heisst ich bräuchte min. 3 isolierte Gleisabschnitte, wenn ich das über das RS 8 von LDT machen möchte???
Das ist tatsächlich das Minimum, das heisst, ein Bahnhofsgleis, das in beide Richtungen befahren wird, hat mindestens 2 Stopp-Kontakte und einen Bremskontakt dazwischen. Das hat aber nichts mit dem gewählten Digitalsystem und der gewählten Software zu tun.

Zitat von: Heinrich Wirth......bei 8 Eingängen und ca € 60.- pro RS 8 sehr kostenintensiv
Als Bausatz könnten pro Modul nochmals etwa 10 € gespart werden.
Ich finde aber die Preise von Littfinski schon etwas "edel", wenn ich den Preis der Bausätze (Littfinski) für mein verwendetes Digitalsystem (Selectrix) mit denen meines Lieferanten (Stärz) vergleiche, da gibt es eine Differenz von ca. minus 15€ pro Bausatz und erst noch in bester Qualität und ohne falsch aufgedruckte Anschlussnummerierung.

Das wichtigste Element für die PC gesteuerte, digitale Anlage ist die zuverlässige Rückmeldung. Bei der Anzahl der Rückmelder zu sparen, wäre aber der falsche Weg!

Zitat von: Heinrich WirthGibt es hier preiswerte Alternativen?
Nein, auch andere Rückmeldebusse kosten Geld und sind im Preis in etwa gleich. Die günstigen s88-Rückmelder, die nur für Märklin AC-Gleis verwendet werden können, fallen für das DC-Gleis weg. Für den s88-Bus müssten dann die RM-GB-8 Module von Littfinski genommen werden, die auch ca. € 60.-- als Fertigmodul kosten. Persönlich würde ich zum Lenzsystem sowieso eher die originalen Lenz-Rückmeldebausteine und Weichendecoder verwenden und auf Littfinski verzichten. Nur so hat man Gewähr, dass das System auch wirklich zufrieden stellend funktioniert! Genau das war auch der Grund für mein System, dass ich alle LDT-SX-GBM-Module wieder ausgebaut und ersetzt habe durch Stärz Module, die vom SX-Erfinder D&H entwickelt wurden.

mit freundlichen Grüssen

Gian
Titel: Re: Frage zur Rückmeldung von einem Anfänger
Beitrag von: Heinrich Wirth in 05. Januar 2008, 15:22:14
Hallo,
vielen Dank für die Antworten.
Ist denn der Weg das über die Gleisbesetztmeldung zu machen richtig oder sollte ich mir hierzu auch reedkontakte oder andere Rückmelder ansehen?

Mit freundlichen Grüßen
Heinrich Wirth
Titel: Re: Frage zur Rückmeldung von einem Anfänger
Beitrag von: Torsten Junge in 05. Januar 2008, 15:29:49
Hallo Heinrich,

bei Digital bitte keine Reedkontakte, da für die Auswertung ein Dauerkontakt benötigt wird.

Grüße aus Hamburg
Torsten Junge
   (http://alice-dsl.net/torstenjunge/images/smi/13.gif)
Titel: Re: Frage zur Rückmeldung von einem Anfänger
Beitrag von: Korf in 05. Januar 2008, 15:52:28
Moin, moin Heinrich,
es wäre sehr sinnvoll, wenn Du dein Profil ausfüllen würdest. Den Forumsteilnehmern fallen dann die Antworten leichter, denn diese wissen dann welches System Du fährst. 2-Leiter, 3-Leiter, welches Gleis, z. B. Märklin C- oder K-, vielleicht auch M? Die Konfiguration Deines PC ist auch nicht uninteressant
Titel: Re: Frage zur Rückmeldung von einem Anfänger
Beitrag von: Erwin Ragaller in 05. Januar 2008, 16:55:23
Guten Tag Heinrich,
ich würde auf alle Fälle 3,eher mehr Rückmeldekontakte einbauen.
Die Rückmeldemodule kannst Du Dir bei unserem Betateater Gerd Boll günstig erwerben.
viel Erfolg mit WDP.

MFG  Erwin
Titel: Re: Frage zur Rückmeldung von einem Anfänger
Beitrag von: Heinrich Wirth in 05. Januar 2008, 17:13:29
Hallo Erwin,

vielen Dank für Deinen Tipp.
Auf die Gefahr hin dass ich nerve muss aber doch noch mal fragen:
1. Brauche ich hierfür den RMD (Rückmeldedecoder ) oder den GBM Gleisbesetztmelder.
2. Brauche ich für den RMD noch irgendwelche Belegtmelder zusätzlich? (bei Lenz z.B. Lr 101 und LB 100)

Mit freundlichen Grüßen
Heinrich Wirth
Titel: Re: Frage zur Rückmeldung von einem Anfänger
Beitrag von: Gian Bott in 05. Januar 2008, 17:38:53
Hallo Heinrich,

Zitat von: Heinrich Wirth in 05. Januar 2008, 17:13:29
Auf die Gefahr hin dass ich nerve muss aber doch noch mal fragen:
1. Brauche ich hierfür den RMD (Rückmeldedecoder ) oder den GBM Gleisbesetztmelder.
2. Brauche ich für den RMD noch irgendwelche Belegtmelder zusätzlich? (bei Lenz z.B. Lr 101 und LB 100)

Nerven tut's nicht ;)

Zu 1. Du brauchst den GBM Besetztmelder, weil nur solche geeignet sind für die 2-Leiter Fraktion.

Zu 2. Zu den für Märklin geeigneten Rückmelder könnte man vor jeden Eingang noch ein GBM-Modul hängen (habe so etwas früher einmal gehabt), macht die Sache aber komplizierter und teurer! Mit Lenz-Produkten habe ich mich seit über 13 Jahren nicht mehr befasst, die Lenz-Weichendecoder unter Arnold Digital eingesetzt waren aber damals sehr stark und gut!

mit freundlichen Grüssen

Gian
Titel: Re: Frage zur Rückmeldung von einem Anfänger
Beitrag von: Erwin Ragaller in 05. Januar 2008, 18:01:41
Guten Abend Heinrich,
Bei Dreileiter MOBA braucht man keine zusätzlichen Decoter.Rückmelder wird mit Stecker an Interface verbunden.
Bei Zweileiter-Moba bin ich überfragt. Da müssen die Spezialisten antworten

Gruß Erwin
Titel: Re: Frage zur Rückmeldung von einem Anfänger
Beitrag von: Frank Mondorf in 05. Januar 2008, 22:26:32
Hallo Herr Wirth,

die Rückmeldung bei 2-Leiter Digital ist ein leidiges und recht komplexes Thema.  Ich versuche dennoch mal, die aus meinen Erfahrungsbereich sinnvollen Varianten zu listen. Sich bei einer neuen Anlage auf eine vernünftig integrierte Strategie festzulegen, ist weit wichter als die unterschiedlichen Qualitäten der einzelnen Komponenten im System.

Reine RS-Bus Module sind meist teurer als S88 Module.

z.B.
- Lenz LR101 plus 4*Lenz-Belegtmelder ca 100 EUR für 8 ab ca 1mA, Verzögerte Frei/Belegtmeldung vorhanden
- Blücher GBM16 für 16 Streckenabschnitte ca 110 EUR für 16 ab ca 1mA, Verzögerte Frei/Belegtmeldung vorhanden
- LDT Belegtmelder wie Ihrer ca 60EUR für 8 ab 3mA

Ich würde hier nicht nur nach Preis gehen. Wichtig ist aus meiner Sicht :

Anpassung des immer verwendeten Stromfühlers an die verwenden Rückmeldeachsen.

Roco original 18k entnimmt 1mA , Moderne Lok-Decoder entnehmen oft nur 3 mA
Roco getunt oder eigene Nachrüstung auch andere Wagen/Achsen-Fabrikate mit 5bis3 kOhm entnimmt 3bis5 mA.

Ich rate zur Verwendung  von Rückmeldesystem mit verzögerter Frei/Belegtmeldung bei wenigen rückgemeldeten Achsen (nur letzter Wagen) und hohen Achswiderständen mit geringer Stromaufnahmen (1mA) gegen RM-Flackern.

Preiswertere Alternativen sind S88 Rückmelder/Belegtmelder : Hier gibt es wiederum 2 Möglichkeiten:

1.) S88 Rückmelder mittels Blücher Adapter an RS-Bus  anschliessen.
Vorteil : Rückmeldungen können über Digitalsystem auch ohne PC verwendet oder gelesen werden.
Nachteil : Zusätzlich noch die Blücher-Adapter für jeweils 8 Stück  8er Module erforderlich.

2.) S88 Rückmelder mittels HSI (vorugsweise seriell) an PC anschliessen. Vorteil : Sehr Kostengünstigste Lösung.

Geeignete Rückmelder sind:
- Gerd Boll verschiedene Modelle von ca 1bis5 mA, ca 30EUR für 8 Abschnitte ab 5mA

Die technisch modernste theoretisch (von mir noch nicht getestet) sehr gute Variante eines Stromfühlers befindet sich im Stärz. Nicht wegen SX sondern wegen echtem Comperator mittels OP inkl hier auf jeden Fall angesagter verzögerter Frei/Belegtmeldung. Nachteil (altmodischer aber guter) SX-Bus samt Interface/Zentrale (Gian fragen) erforderlich.

Also wenn die Rückmeldungen im DS auch vorhanden sein sollen:

a) Teuer, Solide uns sicherer Händler-Support da alles aus einer Hand : Lenz-Fühler->Lenz-RSBus-Rückmelder->Lenz-Zentrale->PC
b) Empfindlich genug für RoCo-Achsen ab 1mA: Blücher-GBM-RSBus->Lenz-Zentrale->PC
c) Günstig aber teilweise Nachrüstung mit Widerständen : Boll-S88->Blücher-Adaper->Lenz-Zentrale->PC

Wenn Rückmeldungen im DS nicht notwendig:
d) Teuer bei wenigen RMs, empfindlich genug für RoCo-Achsen ab 1mA: Stärz-GBM-SX->SX-Zentrale/Interface->PC
e) Sehr günstig aber teilweise Nachrüstung mit Widerständen : Boll-S88->LDT-HSI->PC

Berücksichtig man nun noch die etwas komplexe Verkabelung der adaptierten oder mit separaten Stromfühlern ausgestatteten Systeme wäre meine Empfehlung :

b) d) e) je nach Geldbeutel und Neigung zum Nachrüsten mit Widerständen.

Viele Grüße
Frank

Titel: Re: Frage zur Rückmeldung von einem Anfänger
Beitrag von: Heinrich Wirth in 05. Januar 2008, 23:06:31
Hallo Frank,

vielen Dank!!!  :)
Das sind genau die Informationen die ich gebraucht habe....
Somit ist mir das klar.... 8)
Nochmals vielen Dank für die detaillierte Beschreibung und einen schönen Abend...

Mit freundlichen Grüßen
Heinrich Wirth

Titel: Re: Frage zur Rückmeldung von einem Anfänger
Beitrag von: Kalle in 05. Januar 2008, 23:13:37
Hi Frank,

ZitatDie technisch modernste theoretisch (von mir noch nicht getestet) sehr gute Variante eines Stromfühlers befindet sich im Stärz. Nicht wegen SX sondern wegen echtem Comperator mittels OP inkl hier auf jeden Fall angesagter verzögerter Frei/Belegtmeldung. Nachteil (altmodischer aber guter) SX-Bus samt Interface/Zentrale (Gian fragen) erforderlich.

Wieso ist der SX-Bus altmodisch? Kennst Du einen sichereren Bus als seriellen synchronen Bus auf MoBa-Ebene?
Und die Comperatoren, die haben die SX-Rueckmeldemodule bei allen SX-Firmen drin, ebenso die Anzugs- bzw. Abfallverzoegerungen haben fast alle SX-Module - und diese schon seit 1982. Bisher hat noch keine NON-SX-Firma etwas besseres herausgebracht, das kalkulierbare Timing inbegriffen.

Na ja, da ist das Schieberegistersystem des s-88 schon viiiel aelter - mind. fruehes Mittelalter - Loescheimer in einer Kette weitergereicht. Lief alles Wasser innerhalb einer Kette aus einem Eimer, wurde er halt leer weitergereicht.  Die "Wasser-Einsen" wurden halt ins "Feuer" gekippt, die "Wasser-Nullen" dran vorbei - beide dann in einer Ruecklaufkette zurueck.
Digitaltechnik ist ja auch schon sehr alt.

Nachtrag: Am Teich bekamen die Loescheimer alle wieder die "Eins" - High-Pegel - Wasser - positive Logik!


Titel: Re: Frage zur Rückmeldung von einem Anfänger
Beitrag von: Frank Mondorf in 06. Januar 2008, 02:35:16
Hallo Karl,

ZitatWieso ist der SX-Bus altmodisch?

Naja, er ist halt nicht spezialisiert auf Rückmeldungen wie der S88 und der RS-Bus, sondern benutzt hier einfach auch das für die schwierigen Datenübertragungs-Verhältnisse in Gleis und über Räder entwickelte SX.

ZitatKennst Du einen sichereren Bus als seriellen synchronen Bus auf MoBa-Ebene?

Im Fahrbereich nicht oder erst bei grossen Gleisanlagen mit grossen Boosterbereichen.

Die Frage finde ich etwas undifferenziert, der Begriff MoBa-Ebene ist mit zu weit gefasst.
Die meisten Syteme differenzieren zwischen 2-3 spezialisierten Bussen:  Fahrstrom, Rückmeldung und Systembus. Jeder sorgsam ausgewählt oder entwickelt für die spezifischen Anforderungen des jeweiligen Busses.

SX-Steurungen betreiben meist alle Ebenen mit einem Protokoll.

SX selbst zeigt seine Stärken am ehesten als sicherer Fahrstrom unter schwierigen Bedingungen bei nicht allzu hoher kapazitiver Last (~ Gleislänge und Anzahl Fahrzeuge). Die bei den nominal trinären Pegeln erforderliche Synchronität, zwecks Schaffung von protokollspezifischen Redundanzen zur möglichen Korrektur kapazitiver Verluste im Gleis, unterbindet eine laienhafte Implementierung und sorgt somit für diesbezüglich recht hochwertige Deocder-Produkte.

Die gruppierte stellenwertige Anordung der Befehlsinhalte ermöglicht einerseits die Einsparung einer codierten Adresse (wie prinzipiell auch im S88 und RS-Bus und anders als in MM und DCC), ist aber stark einschränkend in Hinsicht auf inhaltliche Protokollerweiterungen (wie sie im DCC-Bereich bis hin zu BiDi/RailCom fortlaufend stattfinden).

Grundsätzlich gibt es im Fahrstrom-Protokoll immer eine Polarität zwichen Sicherheit, und Funktionsvielfalt. Irgendwie ist die Richtung die mfx und DCC derzeit beschreiten sympathischer. Spätestens seit ich meine E10 auf 30cm Papier unter beiden Schienen hab anhalten, tuten und wieder anfahren ließ, sind bei mir alle Zweifel an der Robustheit des DCC-Protokolls ausgeräumt. Ich gebe allerdings zu, das solche Qualitäten im DCC-Bereich in viel stärkeren Masse produktspezifisch sind als im SX-Bereich.

Speziell die Rückmeldung betreffend (also als auschliesslich im Kabel vverwendetes Protokol) sehe ich keine sicherheitsrelevanten Nachteile beim RS-Bus, allenfalls quantitative Vorteile in Geschwindigkeit und Adressenzahl. Wobei ich gerne zugebe, das die in der Regel kein Rolle spielen, da beide Protokolle im Rückmeldebereich jenseits von gut und böse angesiedelt sind.

Auf Grund seiner einfachen Implementierung ist der S88 auch eine beliebte Basis für Selfmade-Produkte, aber sein Prinzip ist so robust, das er die locker verkraftet. Das S88-Prinzip Schieberegister lässt sich auf der anderen Seite auch nahezu beliebig sicher und schnell implementieren.

ZitatUnd die Comperatoren, die haben die SX-Rueckmeldemodule bei allen SX-Firmen drin, ebenso die Anzugs- bzw. Abfallverzoegerungen haben fast alle SX-Module - und diese schon seit 1982. Bisher hat noch keine NON-SX-Firma etwas besseres herausgebracht, das kalkulierbare Timing inbegriffen.

Naja , der GBM16 sollte nicht wesentlich jünger sein als 1982, und den gibt es für mehrere Protokolle. Daran sollten sich die SX-Lieferanten mal ein Beispiel nehmen. Diesbezüglich hat es mich auch sehr geärgert, das Stärz den jüngsten Rückmelder nicht als RS-Bus oder S88 rausgebracht hat. Bei Third-Party-Herstellern denke ich dann immer: Können oder Wollen die nicht? Als Softwerker glaube ich dann manchmal , es gibt nur ein SX-Decoder-Programm bzw. einen SX-Käfer.

Lange Rede kurzer Sinn: Die von Dir und Gian immer wieder betonten Qualitäten sind technisch fast nie vom Protokoll her bedingt oder gegeben. Da in anderen Protokollen auch zu haben und oftmals auch überboten. Nicht umsonst gehen die meisten SX-Fahrer immer mal wieder fremd.

Viele Grüße
Frank
Titel: Re: Frage zur Rückmeldung von einem Anfänger
Beitrag von: Gian Bott in 06. Januar 2008, 09:03:04
Hallo Frank,

Zitat von: Frank Mondorf in 05. Januar 2008, 22:26:32
Die technisch modernste theoretisch (von mir noch nicht getestet) sehr gute Variante eines Stromfühlers befindet sich im Stärz. Nicht wegen SX sondern wegen echtem Comperator mittels OP inkl hier auf jeden Fall angesagter verzögerter Frei/Beegtmeldung. Nachteil (altmodischer aber guter) SX-Bus samt Interface/Zentrale (Gian fragen) erforderlich.
Wenn der SX-Bus "altmodisch" ist, dann ist der S88-BUS "Prähistorisch" zu bezeichnen ;). Nein, der SX-BUS ist alles andere als altmodisch, es gibt ihn nur schon seit 1985 (vorgestellt 1982), wird das "Original" dieses Bus (Siemens) in vielen Bereichen angewendet (nur heisst er da eben nicht SX), unter anderem auch in der Raumfahrt (NASA). Altmodisch würde ich höchstens die DIN-Stecker der BUS-Kabel bezeichnen, aber auch diese bewähren sich bei mir bestens seit 1995 als BUS-Stecker für den SX-BUS. Deutsche Hi-Fi Geräte habe ich aber nie gekauft, weil sie meistens die für Hi-Fi absolut ungeeigneten DIN-Buchsen hatten, so war und bin ich bei Hi-Fi eben "nur" mit amerikanischen und japanischen Geräten glücklich geworden.

Ich verwende übrigens nur noch die GBM's von Stärz weil sie die problemlosesten, günstigsten (als Bausatz) und kleinsten Besetztmelder für den SX-BUS sind. Besonders die getrennt einstellbaren Verzögerungszeiten für die Besetzt- und Freimeldung schätze ich sehr. So bleibt auch die Belegtmeldung auf meinen Einzelweichenüberwachungen während der eingestellten Zeit erhalten (bis 2,5 Sek. einstellbar), wenn ein langer Personenwagen darüber fährt. So sind die Belegtanzeigen so stabil, wie wenn sie betoniert wären ;), kein flackern usw. 

Lieber eine stabile Besetztanzeige auf einem "altmodischen" dafür synchronen BUS als "Flackerorgien" auf jüngeren asynchronen Bussen. Nur das zählt für sicheren, PC-gesteuerten Betrieb.

mit freundlichen Grüssen

Gian

Stärz-GBM (meine letzte gelötete Serie ;))

Titel: Re: Frage zur Rückmeldung von einem Anfänger
Beitrag von: Gian Bott in 06. Januar 2008, 09:49:10
Hallo,

Zitat von: Frank Mondorf in 06. Januar 2008, 02:35:16
Naja, er ist halt nicht spezialisiert auf Rückmeldungen wie der S88 und der RS-Bus, sondern benutzt hier einfach auch das für die schwierigen Datenübertragungs-Verhältnisse in Gleis und über Räder entwickelte SX.
Könntest Du das noch etwas ausdeutschen? Da habe ich echt ein Verständnisproblem.

Zitat von: Frank Mondorf
Lange Rede kurzer Sinn: Die von Dir und Gian immer wieder betonten Qualitäten sind technisch fast nie vom Protokoll her bedingt oder gegeben. Da in anderen Protokollen auch zu haben und oftmals auch überboten. Nicht umsonst gehen die meisten SX-Fahrer immer mal wieder fremd.
Du hast recht, ich bin auch einmal für wenige Jahre Fremdgegangen (zur IB), reumütig aber wieder zurückgekehrt. Fremdgegangen bin ich aber nicht wegen der ausgezeichneten Qualität des SX-Systems sondern einzig und allein, weil mir die Apothekerpreise der damaligen, einzig erhältlichen TRIX GBM und Funktionsdecoder schlicht zu teuer waren. Erkauft habe ich mir das günstigere IB, DCC und S88-Zeugs mit ständigem Aerger und Frust. Ich hätte es ja wissen müssen, machte ich doch einige Jahre vor 1995 schon ähnliche Erfahrungen mit Arnold-Digital, ergänzt mit Märklin Teilen (Switchboards für die mech. Stellpulte usw.). Ich glaubte aber gewissen Händlern und Kollegen, dass die IB die Lösung aller Probleme sei inkl. bezahlbarem Zubehör. Ende 2004 habe ich mich dann radikal befreit und habe mir die zwischenzeitlich erhältlichen SX-Systeme angeschaut und mich dann nach langen Überlegungen (dauerte mehr als ein Jahr) für die Rautenhauszentrale entschieden und diesen Entscheid habe ich bis heute nie bereut.

Ja, seit Anfang 2005 ist die digitale Modellbahnsteuerung richtig langweilig geworden, weil es einfach funktioniert. Mehr verlange ich aber auch nicht von einer digitalen Steuerung, weil ja die viel wichtigeren Eigenschaften für eine Steuerung von der eingesetzten Software (WDP) kommen. Deshalb brauche ich auch keine grossen Displays usw. SX ist heute genau so günstig, eher günstiger wie die Angebote von den DCC-Herstellern (man vergleiche z.B. die Preise der SX-GBM-Bausätze von Littfinski und Stärz).

Mich interessiert das Protokoll eines Digitalsystems überhaupt nicht. Es muss nur zuverlässig, einfach und schnell sein. Dies wird von SX bestens erfüllt. Diese Feststellung basiert auf meinen eigenen Erfahrungen und nicht auf der Basis von Gehörtem und Gelesenem. Was soll z.B. daran gut sein, wenn zwei DCC-Decoder sich nicht vertragen obwohl es eigentlich eine halbbatzige Norm gibt. Was soll daran gut sein, dass die immer wieder von vielen erwähnte DCC-Norm nur ein paar wenige Parameter des Fahrsignales normt und über die wichtige Rückmeldung (Besetzmelder), Weichendecoder usw. nichts aussagt. Moderner als ein in den NEM genormter BUS, der alle anfallenden MOBA-Aufgaben wie Melden, Schalten und Fahren umfasst, geht es gar nicht. Das ist eben SX!

SX kann nichts dafür, dass es Trix nicht verstanden hat, es richtig zu vermarkten. Meinen doch noch heute viele Modellbahner, dass SX nur etwas für die Spuren Z und N sei, obwohl es auch bekannte und grosse Spur H0 und 0 Anlagen gibt, die mit SX gesteuert werden. So haben sich die SBB, aber auch die ETH Zürich, für ihre grossen Schulungsanlagen für SX entschieden, weil nur dieses System die geforderten Ansprüche auf Zuverlässigkeit, Sicherheit usw. erfüllten.

Ich bitte, meine vielleicht etwas allzu klaren Worte zu entschuldigen, aber Sätze wie "Nicht umsonst gehen die meisten SX-Fahrer immer mal wieder fremd" entbehren jedem Sachverhalt und reizen, etwas zu entgegnen. Mir sind wesentlich mehr Umsteiger von MM und DCC auf SX bekannt wie umgekehrt, nur hört man von diesen nicht's in Foren weil es schlicht keine systembedingten Probleme mehr gibt, nur Karl und meine Wenigkeit greifen noch manchmal in die Tasten und werden so gelegentlich zur Zielscheibe.

mit freundlichen Grüssen

Gian
Titel: Re: Frage zur Rückmeldung von einem Anfänger
Beitrag von: Gian Bott in 06. Januar 2008, 10:50:27
Hallo Frank,

Nochmals ich ;)

Zitat von: Frank Mondorf in 05. Januar 2008, 22:26:32
die Rückmeldung bei 2-Leiter Digital ist ein leidiges und recht komplexes Thema.
Die Rückmeldung bei 2-Leiter Digital ist sicher kein leidiges Thema und so komplex ist es auch nicht. Ich bin sogar der Meinung, dass die 2-Leiter-Rückmeldung für den User nicht komplizierter ist als bei Märklin-Gleis, wenn man die geeigneten Melder nimmt. Man muss nur wissen, dass 2-Leiter Rückmelder im Gegensatz zu den einfachen Märklinmeldern eine zusätzliche Auswertelektronik benötigen, weshalb sie je nach Produkt etwas mehr kosten. Die geringen Mehrkosten könnte man als leidig bezeichnen, dann müsste man aber Sound-Lokdecoder als stark leidig bezeichnen, weil dort die Mehrkosten für etwas mehr Lärm in keinem Verhältnis zum "Mehrwert" stehen :(.

Zitat von: Frank Mondorfb) Empfindlich genug für RoCo-Achsen ab 1mA: Blücher-GBM-RSBus->Lenz-Zentrale->PC
....sind auch die Stärz-Rückmeldemodule (mit einer Achse à 18kOhm). Rautenhausrückmelder brauchen mindestens 2 Roco Achsen damit sie sicher melden.

Im übrigen war ich mit dem Loconet-BUS und den Blücher-GBM's auch sehr zufrieden, das war an der IB so gut wie heute der SX-BUS. Leider gibt es bis heute noch keine Adapter für die Blücher-Melder für den SX-BUS, sonst wären für mich auch heute noch die Blücher-Melder eine Lösung, die sich ja auch im LOXX in Berlin bestens bewähren. Wären die IB-Reset's nicht gewesen, würde ich die IB vermutlich auch heute noch verwenden, denn alles ausser der IB und dem anfänglich eingesetzten HSI-88 und S88-BUS, hatte ja funktioniert. Der Loconet-BUS wäre dem s88 auf alle Fälle vorzuziehen, gäbe es dafür eine von WDP unterstützte Alternative zur IB.

mit freundlichen Grüssen

Gian
Titel: Re: Frage zur Rückmeldung von einem Anfänger
Beitrag von: Joachim Frederick in 06. Januar 2008, 11:14:04
Hallo,

ZitatZitat von: Frank Mondorf am 05. Januar 2008, 22:22:20
die Rückmeldung bei 2-Leiter Digital ist ein leidiges und recht komplexes Thema.

das sehe ich wie Gian genau so.
Die Rückmeldung und allg. die ganze Verkabelung ist, denke ich unproblematischer als bei den 3-Leiter Fahrer.

Ich brauche keine Kabelstränge getrennt von Boosterkreise verlegen, weil etwas abstrahlen könnte oder irgend etwas von Masse ans Gleis löten.
Bei mir läuft vieles parallel durch eine Öffnung im Rahmen. Ohne Probleme bisher gehabt zu haben. Nur die Verbindungen der RM-Decoder unter einander, wegen dezentraler Anordnung ist abgeschirmt. Sonst keine Kabel.
Und verbaut sind bisher 4 Stromkreise und 164 Kontakte.

Eine Lichtorgel oder kein korrektes Anzeigen von RM kenne ich nicht.
Dazu benutze ich die GBMs von Boll an einem HSI seriell angeschlossen am PC.