Hallo WDP-ler,
mich würde mal interessieren, welche Wartungsintervalle für die Wartung der Lokomotiven so üblich sind. Worauf ist bei der regelmäßigen Wartung besonders zu achten? Welche Arbeiten sollte man regelmäßig durchführen?
Für Eure Antworten bedanke ich mich schon im Voraus.
Gruß aus Sennfeld
Walter
Hallo Walter,
wenn ich die Anleitungen von Märklin richtig im Kopf habe, steht da was von 40 Betriebsstunden. Die lassen sich ja mit WDP leicht rausfinden ;). Aber nun mal zu den Reinigungsarbeiten:
- Entfernen von Staub und Fusseln aus den Achsen
- Austausch der Kohlen am Motor (je nach Modell)
- sparsames Ölen/Fetten der Achslager
- Kohlestaub vom Kollektor am Anker entfernen
- Austausch der Haftreifen (je nach Abnutzungsgrad)
Das wären mal so die regelmäßigen Arbeiten. Bei einer Sichtinspektion könnte man dann noch feststellen, ob Zahnräder oder Ritzel am Getriebe abgenutzt sind oder z.B. Kupplungen neu justiert werden müssen.
Hallo Thorsten,
Du schreibst vom Justieren der Kupplungen. Meine Frage Welche Kupplungslehre benutzt Du um die Mä-Plastikkupplungen in die richtige Position zu bringen. Ich besitze die Metallausführung der Lehre von Mä, die ist aber meiner Meinung nach nur für die alten Wagen und Kupplungen zu gebrauchen
Hallo Franz,
ich hab auch nur die Kupplungslehre von Märklin. Da ich derzeit keine betriebsbereite Anlage habe, bin ich da derzeit nicht ganz auf der Höhe der Zeit, ob die für alle Kupplungen passend ist.
Halklo Franz,
die Plastikkupplungen können nicht gerichtet werden, da bricht mal der Bügel ab oder man verliert sie gänzlich. Hier ist dann nur ein Austausch möglich.
Hallo Peter,
Danke für Deine Antwort. Genau dieses ist mein Kenntnisstand. Ich möchte aber meine Frage erweitern. Wenn man Wagen von verschiedenen Firmen einsetzt, stellt man fest, daß nicht alle Kupplungen die gleiche Höhe haben. Ich besitze z.B Güterwagen von Roco und Fleischmann die sehr schwehr bis garnicht ohne Eingriff per Hand zu Kuppeln oder Entkuppeln sind. Vermutlich liegt dies am Raddurchmesser obwohl alle vom Händler mit Radsätzen für M-Gleise ausgerüstet wurden.
Hallo Franz,
das liegt mit Sicherheit nicht an den Radsätzen. Die Höhe der, z.B. Kupplungsaufnahme, ist bei den Firmen geringfügig unterschiedlich, trotz Normung, dadurch wird das Kuppeln schwierig.
Hallo Peter,
Danke. Jetzt weiß ich worauf ich in Zukunft achten muß.
Zitat von: Walter Stark in 27. Februar 2008, 20:44:13
...Worauf ist bei der regelmäßigen Wartung besonders zu achten? Welche Arbeiten sollte man regelmäßig durchführen?
Hallo Walter
wir fahren mit Roco und Fleischmann Material. Unsere Wartungsintervalle sind 25 und 100 Betriebsstunden.
Beim 25h Service wird eine optische Kontrolle durchgeführt, das Laufwerk von Dreck/Schmutz gereinigt. Die Laufflächen der Achsen mittels Lokradreinigungsanlage wieder blank poliert. Das Getriebe minimal mit Fett versorgt, sowie die Lagerbuchsen im Getriebebereich mit einem Tröpfchen Öl versorgt. Auch werden alle die Stellen gereinigt an denen die Stromzuführung mittels Kontakten erfolgt.
Bei der 100h Kontrolle wird eine Lok komplett zerlegt und gereinigt. Die Drehgestelleinheiten mit ihren Zahnrädern werden dabei jedoch nicht zerlegt, lediglich bei Rocoloks die Einheit der Getriebeschnecke. Dies ist bei den meisten Loks ohnehin erforderlich um die Drehgestelleinheit zu entfernen.
Zusätzlich zu den o.g. Arbeiten werden auch die Lager am Motor mit minimal !! Öl versorgt. Die Verschmutzungen werden mit Wattestäbchen und SR24 als Reinigungsmittel entfernt.
Bei Fleischmann Loks darauf achten das das Motorlager beidseitig leicht geölt wird. Kein Fett oder Öl jedoch an den Zahnrädern welche direkt am Motorblock mit angebracht sind. In diesem Bereich lediglich die Lager der Zahnräder leicht ölen.
Kohlen am Motorblock prüfen wir bei diesen Wartungsintervallen nicht, da diese sehr langlebig sind. Sollte tatsächlich einmal eine Kohle abgenutzt sein, so ist dies im Fahrbetrieb sehr leicht zu erkennen. In diesen Fällen bleibt die Lok stehen, das Licht ist noch an und das ganze kündigt sich bereits lange vorher an indem die Lok immer wieder einmal ruckelig fährt, das ist auch erkennbar am schnellen Flackern der Beleuchtung.
Für eine lange Lebenszeit der Kohlen ist ein sorgfältiges Einfahren einer neuen Lok erforderlich. Das bedeutet mehrere Stunden in beide Fahrtrichtungen ohne Last am Haken. Wir verwenden hierzu eine Pendelstrecke auf welcher Loks lediglich max. 60 % ihrer maximalen Geschwindigkeit erreichen. Bei uns wird das etwas übertrieben, denn erst zur 25h Kontrolle kommt dann eine neue Lok in den harten Einsatz.
Einige unserer Loks haben zwischenzeitlich über 6T Betriebsstunden und fahren immer noch mit den ersten Kohlen.
SR24 ist das gleiche Mittel, welches auch als Dampfdestilat verwendet wird und ist auch in unserem Shop erhältlich.
Hallo Günther
Vielen Dank für die umfassende Antworten. Diese werde ich künftig zur Grundlage meiner Wartungsarbeiten machen!
Gruß
Walter
Hallo zusammen,
dem Beitrag von algado kann ich nur voll zustimmen.
ZitatDie Laufflächen der Achsen mittels Lokradreinigungsanlage wieder blank poliert.
Dazu eine Frage : Was ist das für eine Anlage?
Viele Grüße
Frank
Zitat von: Frank Mondorf in 29. Februar 2008, 22:02:32
Dazu eine Frage : Was ist das für eine Anlage?
Hallo Frank
die Lokrad-Reinigungsanlage gibt es von der Firma Lux und kann für jedes System verwendet werden.