Seite drucken - Eigenleben Servos

windigipet.de

Win-Digipet - deutsche Foren => Win-Digipet allgemein => Thema gestartet von: Stephan in 09. Juli 2017, 11:26:45

Titel: Eigenleben Servos
Beitrag von: Stephan in 09. Juli 2017, 11:26:45
Hallo zusammen,

nach der tollen Hilfe von Sven und Helmut läuft die Anlage nahezu problemlos, vielen Dank dafür.

Seit ein paar Tagen enwickeln ein paar Servoantriebe ein Eigenleben, das schon einige Unfälle verursacht hat.

Ich verwende die Sevosteuerungen WA5, die alle dezentral am Anlagenrand montiert sind. Das Verbindungskabel vom Servo zur Steuerung ist ein Rundkabel 3x0,14mm². Verlegt ist es in einem geschlitzten Kabelkanal, in dem auch die Rückmeldekabel verlegt sind. Diese Art der Verlegung habe ich so auf der ganzen Anlage praktiziert.

Die Servos schalten komischerweise nur an den Einfahrten zu beiden SHB plötzlich ohne dass eine FS aktiviert ist. Selbst wenn die Anlage im "Ruhezustand" ist (WDP gestartet, keine FS aktiviert), schalten die Servos los, aber nur die an der Einfahrt zu beiden  SBH.
Selbst wenn eine FS aktiviert ist, schalten die Servos und der Zug fährt irgendwo hin, manchmal auf 2 oder 3 Gleise gleichzeitig. (sieht zwar komisch aus, ist es aber nicht  ;D)

Meine erste Vermutung war, dass die parallel verlegten Rückmeldekabel eine Störspannung erzeugen. Dem spricht dagegen, dass bei anderen Servos dies nicht passiert obwohl dort sogar noch Stromversorungskabel verlegt sind.

Die Anlage besteht aus mehreren Stromkreisen:
SV1 = BHF und Nebenbahn
SV1 = Ausfahrt BHF - SBH unten
SV3 = Ausfahrt BHF - SBH oben
SV4 = Servoantriebe, MA-Decoder (Signale)
Zur Zeit sind alle 4 SV zusammen angeschlossen.
Der Ruhestrom laut Anzeige Ecos 1280-1310 mA. 8 Züge auf der Anlage, davon 3 beleuchtete Personenzüge (LED).

Hat von Euch einer eine Idee, woran das liegen könnte?

Titel: Re: Eigenleben Servos
Beitrag von: Sven Spiegelhauer in 09. Juli 2017, 12:04:24
Hallo Stephan,

haben die Servos die gleiche Adresse? Ist eventuell der WatchDog aktiviert?
Titel: Re: Eigenleben Servos
Beitrag von: Stephan in 09. Juli 2017, 19:11:20
Hallo Sven,

habe alles nochmal geprüft:
- keine doppelte Adressvergabe bei den Servos.
- der Watchdog ist deaktiviert.

Vorsichthalber habe ich das Logbuch auch deaktiviert, hat auch nichts geändert.

Über die Funktion "Verknüpfung der MA mit der Zentrale" habe ich auch die in der Ecos angelegten, aber nicht verknüpften Adressen gelöscht. Waren doppelt vorhanden (in der Ecos). Vermutlich waren die noch in den tiefen der Ecos aus den Anfangszeiten angelegt.

Was ich überhaupt nicht begreife, ist dass die Servos schalten, obwohl kein Schaltbefefehl erfolgt und dass die in der aktiven Fahrstrasse schalten. Von daher glaube ich, dass der Fehler nicht in WDP, sondern irgenwo anders liegt.
Wo allerdings habe ich keinen blassen Schimmer  :(
Titel: Re: Eigenleben Servos
Beitrag von: Sven Spiegelhauer in 09. Juli 2017, 22:03:22
Hallo Stephan,

stelle mal das Projekt ein mit Angabe der Servoantriebe.
Hast Du eventuell STW am laufen, welche das Schalten bewirken?

PS: Schalten die Servos auch wenn WDP nicht gestartet wurde?
Titel: Re: Eigenleben Servos
Beitrag von: Flitt (Stefan) in 09. Juli 2017, 23:56:27
Hallo Stephan,
wie lang sind denn Deine Servokabel die zum Decoder führen?
Bewegen sich die Servos immer in Endposition oder schaut das ganze irgendwie unkontrolliert aus?
Welche Servos wurden verbaut?
Bei so manchen China Billigheimern hatte ich diesen Effekt auch, da half nur kurze Servokabel zum Decoder und Gedrilltes Kabel mit 0,34 mm².
Kann man den Decoder so konfigurieren das er nach erreichen der Endstellung die Spannungsversorgung vom Servo abschaltet?

Gruß Stefan
Titel: Re: Eigenleben Servos
Beitrag von: S.Dankwardt in 10. Juli 2017, 13:15:39
Hallo
Meistens kommt das Zappeln aus dem Decoder und den Servos. WDP ist das in der Regel außen vor.

Grundlegende Probleme sind:
Zu dünne Kabel vom Trafo zum Decoder oder zum Servo.

Um das zu testen, wo der Störimpuls herkommt, einfach den Digitaleingang abklemmen.
Zappelt das Servo immer noch, ist die Digitalzentrale und WDP nicht der Täter.

Wenn nun das Servozappelt müssen andere Störequellen abgeklemmt werden.
Es könnten zu viel Servodecoder an einem zu schwachen Trafo hängen.
Einzeln abziehen.
Wenn ein Servo zu viel Strom zieht, zappelt ein anderes Servo.


Dies Zappeln gibt es bei den Servodecodern von Modelleisenbahn-Claus nicht, da jedes Servo einzeln abgeschaltet wird. Dadurch kann man auch mit schwachen Trafos arbeiten.
Titel: Re: Eigenleben Servos
Beitrag von: Thomas Hirsch in 10. Juli 2017, 14:00:08
Hallo Stephan,

auch ich hatte dieses Phänomen mit diesen Antrieben, allerdings betraf das nur zwei Weichen und auch dann wenn WDP ausgeschaltet war kam es dort zu regelmäßigem Umschalten nach einigen Minuten.
Zentrale war damals die Tams!
Ich habe die betroffenen WA5 Decoder komplett resettet und neu eingestellt.
Allerdings kann ich nicht mehr genau sagen ob das Problem damit bereits behoben war, oder erst nachdem ich die Magnetartikel auf die CC-Schnitte mit komplett getrenntem Stromkreis - Mitteleiter und Masse - übertragen hatte.
Auf jeden Fall ist das Problem nun nicht mehr vorhanden!
Titel: Re: Eigenleben Servos
Beitrag von: Urs Neuweiler in 10. Juli 2017, 16:12:59
Hallo
Das habe ich aus dem Ecos Forum gefunden. Bei mir läuft seither alles sehr gut und fehlerfrei.

Servos arbeiten mit einem Impuls und dessen Breite des Impulses gibt die Stellung des Servos an!
Wird nun dieser Impuls verfälscht, dann macht das Servo teilweise was es will, im schlimmsten Fall fährt es auf Endanschlag, im günstigsten knurrt / Zappelt es nur!
Je länger die Leitung wird um so größer werden die Probleme, deshalb benutzt man, gerade wenn viele "Störsender" in der Nähe sind, halt abgeschirmte Kabel, wo der Schirm dann mit auf Masse gelegt wird!

Ich für meinen teil benutze immer Geschirmtes Telefonkabel J-Y(ST)Y 2x2x0.6, es geht aber auch alles andere dafür was geschirmt ist und wenn möglich miteinander verseilt icon_wink.gif

Gruss Urs
Titel: Re: Eigenleben Servos
Beitrag von: Stephan in 10. Juli 2017, 18:40:25
Hallo zusammen,

erst mal vielen Dank für die vielen guten Ratschläge.

Also, ich verwende als Verlängerungskabel Rundkabel 3x0,14mm² nicht geschirmt, die Länge schwankt zwischen 60 cm und 3,5 m.
Servodecoder: WA 5 von MB Tronic. Alle Servoantriebe habe ich endabgeschaltet programmiert (Brummen nicht in den Endlagen).

Ich habe ein paar Bilder der Einbausituation angehängt.

Das Verhalten der Servos ist so, dass die Dinger nicht irgendwie unkontrolliert herumzappeln, sondern sauber in die Endlage fahren, nur allerdings nicht dann, wann Sie sollen. Diese Verstellung wird weder auf der Ecos, noch in WDP angezeigt.
Als SV für die Servos verwende ich einen Trafo Titan Typ 208, 16V, 64 VA. Dan diesem Trafo hängen die 32 WA5, sowie 2 Kehrschleifenmodule von Littfinski.

Ich habe die Anlage eingeschaltet, nur den Trafo der Decoder, keine Ecos, kein WDP -> keine Verstellung der Servos.
Als nächstes die Ecos eingeschaltet, alle Antriebe 2xgeschaltet -> keine Verstellung der Servos.
Dann PC an und WDp gestartet. 30 min Paus, nichts passiert.
Danach Funktionstest mit 2 Schaltzyklen durchgfeführt. Die Stellungsanzeige an der Ecos ist sycron zur Anzeige/schalten WDP gelaufen. Nach etw 3-4 min hat der der Servo SBH unten Einfahrt gleis 1 geschaltet, in WDp wurde nichts angezeigt.

Es schalten "illegal" nur die Servos der beiden SBH-einfahrten, alle anderen nicht. An diesen Einfahrweichen ist der gleiche Servo S0008 (Bild) verbaut, bei den restlichen SBH-Weichen ModlCraft ES05

Eins ist mir allerdings aufgefallen:
z.B. Weiche in SBU unten Gleis 1 steht auf gerade sowohl in WDP als auch in der Ecos.
- Schaltung WDP Servo läuft, Anzeige ECos springt mit.
- Schaltung mit Ecos, Servo läuft, Anzeige Ecos springt um, WDP nicht.
- Schalten WDP Servo läuft nicht, Anzeige springt um
Eigentlich dürfte das nichts ausmachen, da ich nur in WDP schalte. Weiß allerdings nicht, ob das relevant ist.
Titel: Re: Eigenleben Servos
Beitrag von: Stephan in 10. Juli 2017, 18:42:00
und die restlichen Bilder / WDP-Daten
Titel: Re: Eigenleben Servos
Beitrag von: Flitt (Stefan) in 10. Juli 2017, 20:40:37
Hallo Stephan,
meiner Meinung nach sind 0,14mm² bei 3,5m Entfernung zum Decoder, schon ein bisschen knapp, besser wäre es hier 0,34mm² zu verwenden. Gerne natürlich auch abgeschirmt.

Auch scheint mit Deine Stromversorgung etwas schwach zu sein.
Immer bedenken das so ein Servo auch mal 1A an Strom ziehen kann wenn das bis in die Endstellung oder gegen einen Anschlag läuft.

Vielleicht liegt es auch an der Einspeisung mit Wechselspannung.

Die ESU Decoder machen mit Wechselspannung komische Sachen. Ich verwende Schaltnetzteil mit 12V Gleichspannung und 6A Ausgangsstrom.
Das aber unter Vorbehalt den ich kenne Deine Servodecoder nicht. 

Zum Verhalten der Ecos mit WDP kann ich leider nichts sagen da ich die nicht verwende.

Gruß Stefan
Titel: Re: Eigenleben Servos
Beitrag von: S.Dankwardt in 10. Juli 2017, 20:58:28
Hallo
Ich schrieb gerade das Gleiche.
Ich sehe die Kabel für 3,50 m als zu dünn an.

Es kommt am Servo keine 5 Volt mehr an und dadurch können sich andere Imulsbreiten bilden.

Stromabschaltung?
Meine WA5 haben keine Stromabschaltung. Muss eine anderer Jahrgang sein.

64 VA und 32 Servodecoder bedeutet 0,5 A pro Servo Durchschnittsstrom.
Wenn also mehrere Servos gleichzeitig laufen und die anderen Baugruppen laufen wird das knapp.


Wenn kein Strom auf dem Servo ist, kann sich auch nichts verstellen.
Folglich muss ein Signal von der Zentrale kommen.

Also wie schon beschrieben nach dem Betätigungstest den Signaleingang abziehen oder WDP herunterfahren.
Wenn ich dann etwas verstellt ist es Störimpuls in der Hardware.
Titel: Re: Eigenleben Servos
Beitrag von: Thomas Hirsch in 10. Juli 2017, 22:54:09
Hallo Sigmund,

meine Wa5 haben wie alle anderen MBT Decoder auch eine Stromabschaltung!

Das von Stefan beschriebene Problem ist kein irgendwie geartetes rumgezucke des Servos sondern eine Fehlinterpretation des Digitalsignals, was einen normalen Stellvorgang auslöst ohne das ein gewollter Befehl erteilt wurde.
Ob die Kabel vom Decoder zum Servo nun zu lang oder zu dünn sind kann das nicht auslösen!!!!
Eher ein unsauberes Digitalsignal!

Da das Problem (zumindest bei mir ) nicht von WDP ausging, funktioniert hier natürlich auch die Magnetartikelverriegelung der gestellten Fahrstrassen nicht!!
Titel: Re: Eigenleben Servos
Beitrag von: S.Dankwardt in 11. Juli 2017, 18:30:40
Hallo Thomas
Im Prinzip sehe ich das so wie Du.
Das Digitalsignal ist verfälscht. Nur was ist der Grund?
Die Servos können mit dien langen "Antennen" ganz schön "funken".
Solche Funksignale könnten von einem Decoder oder Zentrale falsch verstanden werden.

Titel: Re: Eigenleben Servos
Beitrag von: slopp in 11. Juli 2017, 19:57:46
Hallo Stephan,
in meiner langjährigen Flugmodellbauerfahrung habe ich häufig mit dem Problem zuckender Servos zu kämpfen.
Wenn ich davon ausgehe, dass Deine Servos technisch in Ordnung sind, also nicht spratzen (das liegt an abgenutzten Potis in der Servoelektronik), dann gibt es aus meiner Sicht zwei Hauptfaktoren, die das Zucken der Servos hervorrufen könnten:
1. Spannungsversorgung des Decoders und somit der Servos
2. Anschlussleitung der Servos.

Fangen wir mal mit 1. an.
Der Decoder wird vermutlich mit Wechselspannung aus einem gemeinsamen Trafo versorgt. Diese Wechselspannung kann mit jeder Menge von Störungen überlagert sein. Wenn der Decoder es nicht schafft, diese zu kompensieren, dann werden die Störungen zumindest teilweise entweder auf die Spannungsversorgung der Servos oder gar auf die Signalleitung weitergeleitet.
Das kannst Du ganz einfach testen, indem Du den Decoder mit einer gesonderten Spannungsversorgung (extra Trafo) versorgst.
Im Flugmodellbau wickeln wir in die Spannungsversorgungsleitung zum Empfänger einen Ferritkern mit ein. Der verhindert die Spannungspitzen auf der Leitung. Allerdings ist diese dann einen Gleichspannung.

zu 2.
Die Servos laufen mit einer Spannung von 4-6 V. Ausnahmen sind Hochvolt-Servos, glaube aber nicht, dass Du die verwendest.
Des weiteren gibt es Analog- und Digitalservos. Ich vermute, Du verwendest "normale" Analogservos.
Ich habe gelesen, dass die Anschlussleitung zum Servo über 3m lang ist. Das ist aus meiner Sicht viel zu lang.
Was passiert: Der ohmsche Widerstand der Anschlussleitung ist bei der Länge schon deutlich spürbar. Bei Verwendung kleiner Querschnitte, kommt am Servo kaum noch ein verwertbares Steuersignal an. Die Impulse werden total verschwommen, die Kanten abgerundet. Das führt zu einer Fehlinterpretation der Elektronik.
Weiterhin bildet die Leitung eine wunderbare Antenne. Diese empfangenen Signale verfälschen natürlich die eigentlichen Steuersignale.

Was kannst Du machen:
- Verwendung einer geschirmten Zuleitung zum Servo. Ist machbar aber sehr hoher Aufwand.
- Verwendung eines grossen Querschnitts für die Zuleitung. In Flugmodellbau-Fachgeschäften gibt es hier verschiedene Anschlusskabel.
- Verlegung des Decoders so weit wie möglich an das Servo. Normal sind hier so 20-30cm. Nimm doch mal ein weiteres Servo und hänge es direkt alternativ zum verwendeten Servo an den Decoder, ohne die lange Verbindungsleitung.
- Überprüfung der Spannungsversorgung (Höhe der Spannung), auch mal den Strom messen, vielleicht bricht da was ein.

Viel Glück bei der Fehlersuche.
Liebe Grüße
Steffen

Titel: Re: Eigenleben Servos
Beitrag von: BR18 in 11. Juli 2017, 22:38:07
Hallo Stephan,
kommt das fehlerhafte Schaltverhalten vor, wenn eine (bestimmte) Lok in Bewegung ist ?
Werden die Servodecoder über den Ausgang der Ecos angesteuert, also kein separater Booster ?

Wenn beides ja, dann wäre folgender Artikel [url=Nicht genanntes Forum
Titel: Re: Eigenleben Servos
Beitrag von: Flitt (Stefan) in 14. Juli 2017, 07:52:35
@Stephan,
eine Frage noch:
Ich hab in Deinem Profil gelesen das du Dcc zum fahren und MM zum schalten nutzt.
Warum eigentlich?

Gruß Stefan
Titel: Re: Eigenleben Servos
Beitrag von: Stephan in 18. Juli 2017, 20:51:33
Hallo,

am Sonntagnachmittag war Gerold mit seinem Oszilloskop bei mir und wir haben uns zusammen auf Fehlersuche gemacht.
Zuerst nochmal vielen, vielen Dank an Gerold, ist nicht selbstverständlich.

Der erste Gedanke, dass ein irgendein Lokdecoder ein Störsignal durch fehlende Entstörung o.ä. auf das Digitalsignal sendet, hat sich nicht bestätigt. Nach wie vor schalteten die Servos ohne Schaltbefehl, kein Zappeln, sondern Fahrt von einer Endlage in die andere.
Anbei ein Sceenshot des Signals von der Ecos.

Als nächstes haben wir bei einem Servodecoder das Datenformat von MM auf DCC geändert, plötzlich war das "illegale" Schalten weg. Danach alle Serevodecoder, soweit möglich, geändert und der Fehler war behoben. Hat eine ganze Weile gedauert, aber es hat funktioniert. Keine Ahnung warum das so ist, aber vermutlich mögen sich die Signale nicht wirklich  :-[
Allerdings liesen sich die Servodecoder der älteren Generation nicht auf DCC umzuprogrammieren, hier bin ich in Kontakt mit Herrn Holtermann.

Nur eine Schwierigkeit habe ich noch:
Mache Servos schalten nicht in der Fahrstraße. Manuelles Schalten funktioniert. Komischerweise tritt das Phänomän nicht immer bei den gleichen Servos auf, sondern wie per Zufallsgenerator bei immer anderen. >:(

Nun gleich meine nächste Frage:
Ist es möglich, die Schaltzeit zwischen den Schaltbefehlen beim Stellen einer Fahrstraße zu erhöhen? Im Handbuch habe ich nichts gefunden (oder nichts erkannt).

@ Stefan
ich kann eigentlich keinen triftigen Grund nennen, warum ich MM zumSchalten benutzt habe. War eine Entscheidung, die ich mal vor vielen Jahren gefällt habe.
Jetzt allerdings werde ich auf DCC zum Schalten wechseln.
Titel: Re: Eigenleben Servos
Beitrag von: Flitt (Stefan) in 18. Juli 2017, 23:07:11
Hallo Stephan,
schön das der Fehler mit dem Eigenleben der Servos gefunden wurde.

Ich hatte bei einem guten Freund eine ähnliche Erfahrung mit Eigenleben von diversen Schalt- und Lokdecodern gemacht.
Auch hier kam dann irgendwann die Sache mit dem gestörtem Digitalsignal durch irgendwelche Lokomotiven die mit bestimmten Decodern ausgerüstet sind auf.
Das war auch mit dem Oszi messbar. Also alles versucht durch Pufferung und alles was da sonst noch so empfohlen wurde, das Signal wieder Störungsfrei zu bekommen. Das Gleissignal wurde zwar besser aber nicht wirklich sauber.
Nach langen hin und her haben wir begonnen alle nicht benötigten Gleisprotokolle abzuschalten und siehe da das Eigenleben der Decoder war trotz nicht wirklich sauberem Gleissignal weg.
Vielleicht liegt es ja an der Eigenart dieser Anlage aber ich denke man sollte wirklich nur ein Protokoll verwenden und alles damit steuern.
Trotz allem würde ich Dir empfehlen die langen Servoleitungen mit größeren Querschnitten auszurüsten. Auch die Spannungsversorung kann man sicherlich noch optimieren.

Gruß Stefan
   
Titel: Re: Eigenleben Servos
Beitrag von: S.Dankwardt in 19. Juli 2017, 09:14:44
Hallo zusammen

Ein Lösung gefunden, aber nicht nicht die Ursache.
Für den Betrieb ist das ja auch egal.

Bei den ersten Holtermannvorgänger MBTronik Decodern ist der Chip, wie auch bei den Magnetartikeldecodern von LDT auf ein Format programmiert. Umstellung nur durch austauschen des Chips möglich.

Ein Format erleichtert die Fehlersuche.
Der DC-Car-Booster für die Autos kann normalerweise irgendwie am Gleis angeschlossen werden.
DCC ist symetrisch daher ist der Anschluss egal.
Bei einem Kunden musste die Polarität des Digitalanschlusses aber in einer bestimmten Polung angeschlossen werden. Braun Rot vom Gleis.
Grund war die zusätzliche Aktverierung von Selektrix in der Intellibox.
Titel: Re: Eigenleben Servos
Beitrag von: BR18 in 19. Juli 2017, 19:45:13
Hallo zusammen,

ZitatEin Lösung gefunden, aber nicht nicht die Ursache.
Das ist leider richtig, irgenwie war zum Ende zu die Zeit weg

ZitatFür den Betrieb ist das ja auch egal.
Nein, das ist nicht egal, die Ursache wäre schon wichtig, zumal der Betrieb noch nicht korrekt funktioniert.

ZitatDCC ist symetrisch daher ist der Anschluss egal.
Bei einem Kunden musste die Polarität des Digitalanschlusses aber in einer bestimmten Polung angeschlossen werden. Braun Rot vom Gleis.
Das hat aber nur Bedeutung, ob der Decoder überhaupt schaltet oder nicht, hier aber war die Funktion ja gegeben.
Soweit ich das auch noch in Erinnerung habe, waren alle Decoder gleich angeschlossen, was das Gleissignal betrifft.
Selektrix war ausgeschaltet


Ich fasse mal kurz zusammen, wie es abgelaufen ist:
WDP war nicht aktiv.
Als Zentrale eine Ecos2 aktiv. Später auch noch im Tausch eine Intellibox, da war das Verhalten noch schlimmer.
Hier konnte beobachtet werden, dass die Ecos2 eine deutlich steilere Flankenbildung als die Intellibox hat.

Zunächst konnte das unkontrollierte Verfahren einzelner Servos beobachtet werden.
Die Servos haben nicht gezuckt oder gebrummt, die sind von einer Endlage in die andere Endlage ohne Ansteuerung der Zentrale/WDP gefahren, sobald sich eine Lok auf der Anlage bewegt hat.
Bei manchen Loks war der Effekt stärker, bei anderen schwächer, aber es war immer vorhanden
Gleissignal überprüft, keine Spikes durch Lokdecoder oder anderen Teilnehmern vorhanden, aber ein Signal, welches auf 0V geschaltet hat.
Bei meiner Anlage konnte ich so ein Signal bisher nicht beobachten.
(https://thumbs.picr.de/29821374qq.jpg) (http://show.picr.de/29821374qq.jpg.html)
Nach etwas Recherche kann ich nun sagen, dass es sich dabei um die Austastlücke bei RailCom handelt, das ist mir aber erst nach dem Besuch bekannt geworden.
Das erklärt mir, warum ich so ein Signal bei meiner Anlage nicht beobachtet habe, weil dort RailCom ausgeschaltet ist.

Als nächstes habe ich einen Switchpiloten mit der identischen Adresse einer der "Zappelweiche" parallel zum vorhandenen Servodecoder geschaltet.
Der Switchpilot hat IMMER sauber geschaltet, kein undefiniertes Zappeln.

Danach wurde am "Zappeldecoder" von MM auf DCC umgeschaltet und dann war sofort Ruhe.
Bei der Umprogrammierung der anderen Servodecoder wurde so vorgegangen, dass das Protokoll in der Zentrale umgestellt wurde, danach der Decoder und dann ein kurzer Schalttest an der Zentrale durchgeführt wurde.
Nach Beendigung aller Umstellungen kam es zu einem mir unerklärlichen Phänomen:
Teilweise schalteten nun mehrere Weichen gleichzeitig, als ob diese die selben Adressen bekommen hätten, was aber definitv nicht so war.
Diese Weichen wurden dann noch einmal programmiert, dann war das Phänomen weg.

Bei einem Funktionstest mit laufenden Zügen auf der Anlage kam es dann zu dem Problem, dass Weichen einer Fahrstraße nicht gestellt wurden, dann war es aber schon zeitlich sehr spät.

-----

Meiner Meinung nach liegt das Problem an den Servodecodern.
Diese haben bei erhöhtem Signalaufkommen am Gleis Probleme ihre Signale sauber herauszulesen - Ist aber nur eine Vermutung

Als nächsten Test würde ich mal das RailCom an der Zentrale abschalten, dann gibt es diesen Signalverlauf gegen 0V (Austastlücke) nicht mehr
Eventuell hat der Decoder auch damit ein Problem.

Dann würde ich mal mehrere Züge ohne WDP über die Anlage schicken (kreisen lassen) und manuell an der Zentrale eine Weiche mehrfach umschalten und dabei beobachten.
Hier wäre auch noch einmal ein parallel geschalteter Switchpilot zur Kontrolle sehr hilfreich.

Sollte es hierbei schon Probleme geben, dann würde ich die Ursache bei den Servodecodern suchen.

WDP hätte ich jetzt erst mal ausgeschlossen, obwohl Stephan bei den Weichen als Schaltzeit dort 0ms eingetragen hat.
Als Versuch könnte dieser Wert bei allen Weichen auch noch auf 100ms eingestellt werden.

Soweit erst mal von meiner Seite

Grüße
Gerold
Titel: Re: Eigenleben Servos
Beitrag von: S.Dankwardt in 20. Juli 2017, 19:54:28
Hallo
So wie ich das auf dem Diagramm sehe, werden die Bits durch die Tastlücke verändert.
Halbes Signal am Ende und Nadel am Anfang.

Daraus würde ich schließen:
Ohne Tastlück gäbe es das Problem nicht.

Und würden die Servodecoder die Daten erst nach zweifachen Empfang zum Stellen nehmen, kann auch der Servodecoder die Tastlücke ignorieren.


Längere Schaltzeit werden aus meiner Sicht nichts bringen.
Auch nach langer Schaltzeit gibt es ein Ende und einen Anfang der Tastlücke.

Wenn man nun das Digitalkabel umpolt bekommt man eine andere Bitfolge.
Die Tastlücke wird den Servodecoder anderes beeinflussen.
Aus 1101 (13) könnte 1100 (12)  werden.
Titel: Re: Eigenleben Servos
Beitrag von: BR18 in 20. Juli 2017, 20:14:59
Hallo Siegmund,

ZitatDaraus würde ich schließen:
Ohne Tastlück gäbe es das Problem nicht.
Das wäre beim Ausschalten von RailCom dann der Fall

ZitatUnd würden die Servodecoder die Daten erst nach zweifachen Empfang zum Stellen nehmen, kann auch der Servodecoder die Tastlücke ignorieren.
Das würde ich beim ESU-Switchpilot vermuten, deshalb funktioniert der wohl immer korrekt.

Aber jetzt ist erst mal Stephan wieder dran um uns mit weiteren Infos zu versorgen

Gruß
Gerold
Titel: Re: Eigenleben Servos
Beitrag von: Flitt (Stefan) in 20. Juli 2017, 20:48:27
Hallo zusammen,
dann doch einfach mal Raicom abschalten, das sollte doch recht schnell machbar sein?!





Titel: Re: Eigenleben Servos
Beitrag von: Stephan in 02. Oktober 2017, 10:11:25
Hallo zusammen,

nach einer etwas längeren schöpferischen Pause habe ich mich wieder meinem Sorgenkind gewidmet.

Als erstes habe ich die älteren Servodecoder, die sich nicht auf DCC umprogrammieren ließen, gegen neue ausgetauscht. Die ,,alten" werde ich für die Lokschuppentore verwenden.

Diese Maßnahme brachte leider keinen Erfolg, immer noch das gleiche Verhalten, trotz abgeschaltetem Railcom :-[.

Nachdem alle Möglichkeiten (bis auf Austausch der Servodecoder) ausgeschöpft waren, blieb eigentlich nur noch die Ecos übrig.
Da die Ecos die Magnetartikel nicht endgültig löscht, sondern irgendwo abspeichert, hatte ich die Vermutung, dass die MA`s mit Motorola-Format immer noch im Hintergrund aktiv sind. Also habe ich Zentrale zurückgesetzt und alles neu programmiert. Dies brachte auch keinen Erfolg.

Als letzte Möglichkeit habe ich die IB1 herausgekramt und die Ansteuerung der MA an die IB angeschlossen. Hier zahlte sich die strikte Trennung der digitalen Stromversorgungen aus, daheer war dies ohne Verdrahtungsänderung an der Anlage möglich.

Alle MA in WDP umgestellt und die Anlage lief ohne irgendwelche Fehlschaltungen. :)
Gestern hatte ich einen 40 minütigen Testlauf der Anlage ohne eine einzige Fehlschaltung, bis mich meine Frau zum Essen rief.

Die Fehlschaltungen sind jetzt weg, allerdings traten 2 Resets der IB auf, die durch einen Austausch durch die Dico-Station beseitigt sein dürften.

Ich möchte mich bei allen bedanken, die mir durch Ihren Rat und Tat geholfen haben, dieses Problem zu lösen.