Seite drucken - Gleichstromachsen rückmeldefähig, wie macht Ihr das so ?

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Win-Digipet - deutsche Foren => Stammtisch => Thema gestartet von: Manuel Keller in 27. November 2017, 13:28:39

Titel: Gleichstromachsen rückmeldefähig, wie macht Ihr das so ?
Beitrag von: Manuel Keller in 27. November 2017, 13:28:39
Hallo zusammen,

mit Sicherheit bin ich nicht der Einzigste, der vor dem Problem steht, Gleichstromachsen rückmeldefähig zu machen.

Derzeit beschäftige ich mich damit, meine Wagen ( ohne Innenbeleuchtung ) rückmeldefähig zu machen.
Meine ersten 4 Wagen hatte ich klassisch mittels Stromabnehmer und Widerstand 10 KOhm ausgerüstet. Inzwischen bin ich jedoch dazu übergegangen SMD Widerstände direkt auf die Isobüchse aufzukleben und mit Busch Leitlack zu verbinden. Das funktioniert soweit sehr gut.

Meine Frage welche Materialien verwendet Ihr so, speziell Leitlack ?
Welchen Widerstandswert verwendet Ihr ?
Wo wirken sich viele rükmeldefähige Achsen aufgrund des Widerstands auf die Booster und deren Belastung aus ?
Gibt es vielleicht einen Hersteller der für Roco und Fleischmann Wagen fertige Achsen anbietet ?
Habt Ihr vielleicht noch eine einfachere effektivere Methode ?

Ich weiß Roco hatte vor langer Zeit mal welche im Programm, aber die sind so gut wie nicht mehr zu bekommen.
Titel: Re: Gleichstromachsen rückmeldefähig, wie macht Ihr das so ?
Beitrag von: Herbert Apel in 27. November 2017, 15:48:49
Hallo Manuel,
Ich nutze den Widerstandslack von Trix, der aber leider laut Hersteller ausverkauft ist.
Uhlenbrock 40410 Widerstandslack habe ich im EBAY gefunden, soll wohl ähnlich sein.
Bei langen Güterzügen habe ich ca. jeden 4. Wagen und den letzten Wagen so rückmeldefähig gemacht.
Teilweise habe ich auch funktionsfähige Schlußlaternen gebastelt.
Ich denke so an die 50 Wagen habe ich mit dem Lack bearbeitet, bisher hat kein Booster Probleme gemacht obwohl auch noch zusätzlich einige Elkos ( um die Innenbeleuchtung flackerfrei zu machen ) mit je 1000 mF als Speicher in Personen Wagen verbaut sind und die Booster zusätzlich belasten.
Die Lösung mit den SMD Widerständen mache ich nicht, da der Leitlack sich mal gerne unter die Widerstände zieht und dann für einen Kurzschluß sorgen kann.
Herbert
Titel: Re: Gleichstromachsen rückmeldefähig, wie macht Ihr das so ?
Beitrag von: Manuel Keller in 27. November 2017, 16:48:24
Hallo Herbert,

danke für deine Rückmeldung. Die ersten 10 Wagen habe ich nun mit SMD Widerständen und Leitlackmethode gemacht. Die nächsten 10 habe ich bereits in Arbeit. Bevor ich die Achsen eingebaut habe, habe ich jede einzelne vermessen. Einige der Achsen sind auch beidseitig isoliert. Indem Fall habe ich 2 Widerstände a 5,2 KOhm verwendet. Insgesamt, schaue ich das ich bei einem Wert zwischen 10 und 12KOhm liege.

Bestimmt ist die Methode mit dem Widerstandslack einfacher, aber wie sieht es denn mit den Werten aus ? Ich denke mal das es wohl auf die Schichtstärke des aufgetragenen Lacks ankommt, oder ?
Titel: Re: Gleichstromachsen rückmeldefähig, wie macht Ihr das so ?
Beitrag von: Stefan Lersch in 27. November 2017, 18:52:26
Hallo Manuel,

vor dem Problem stand ich vor 6 Jahren auch. Siehe hier:  https://www.windigipet.de/foren/index.php?topic=64565.msg115943#msg115943

Mein persönliches Langzeit-Ergebnis ist: der Widerstandslack funktioniert ohne nach zu streichen immer noch. Ich hatte damals pro Rad zwei Schichten aufgetragen. Ein genauer Widerstandswert ist nicht nötig. Lack trocknen lassen, Waggon aufgleisen und gucken, ob eine Rückmeldung erfolgt. Wenn nicht, noch mal eine Schicht auftragen.
Titel: Re: Gleichstromachsen rückmeldefähig, wie macht Ihr das so ?
Beitrag von: Michael Ferrano in 27. November 2017, 18:53:39
Hallo Manuel,

Ich mach's eigentlich genau wie Du:
SMD Widerstände 10kΩ mit Sekundenkleber auf die Isolierbuchse kleben und dann mit Silberleitlack verbinden.
Unschön ist diese Methode bei beidseitig isolierten Achsen - da wird der Anstrich mit dem teuren Leitlack dann ziemlich lang...
Wagen die werkseitig für Beleuchtung vorbereitet sind, bekommen einen normalen 10kΩ Widerstand im Wageninneren (bis auf Pack- und Postwagen haben Personenwagen bei mir keine Innenbeleuchtung).

Die fertigen Widerstandsachsen von Roco kann ich nicht empfehlen. Da hat die Rückmeldung über die Uhlenbrock 63320, die ich bei mir im Einsatz habe, nicht funktioniert. Erst wenn mehrere dieser Achsen im selben Rückmeldeanschnitt sind klappt's. Offensichtlich ist der Widerstand bei diesen Achsen für dieses Rückmeldemodul zu groß.

Probleme mit der Zusatzbelastung der Stromversorgung habe ich bisher keine festgestellt.

Mit dem Widerstandslack von Trix hatte ich Anfangs auch experimentiert. Nach mehreren Anstrichen damit hat's irgendwann funktioniert. Das ist ziemlich langwierig, da der Lack jedesmal trocknen muß, bevor die nächste Schicht aufgetragen werden kann. Definierte Widerstandswerte bekommt man damit nicht hin.

Wichtig bei allen rückmeldenden Achsen ist, daß die Räder sauber sind (besonders wichtig bei leichten G Wagen). D.h. alle 30 Stunden kommen die Wagen bei mir auf die Radreinigungsanlage. Da kann man dann auch gleich checken, ob der Widerstand noch an seinem Platz an der Achse oder schon im Gleisstaubsauger ist  ;).

Viele Grüße
Michael
Titel: Re: Gleichstromachsen rückmeldefähig, wie macht Ihr das so ?
Beitrag von: Manuel Keller in 27. November 2017, 19:01:36
Hallo Michael,

danke dür Deine Erfahrung, dann bin ich ja auf dem richtigen Weg. Meine Viessmann Rückmelder 5233 ist da eigentlich sehr unproblematisch.

Beim Umbau poliere ich sowieso auch gleich die Achsen auf Hochlganz.
Titel: Re: Gleichstromachsen rückmeldefähig, wie macht Ihr das so ?
Beitrag von: ottochen (Thomas) in 27. November 2017, 19:56:05
Hallo,
mein Favorit ist zur Zeit sowas!


https://www.google.de/aclk?sa=l&ai=DChcSEwiPsOLftd_XAhWQGhsKHSKaCpQYABATGgJ3bA&sig=AOD64_3oE-KlWQMulp8CLFdjqsa-9Y2Eug&ctype=5&q=&ved=0ahUKEwjA2t7ftd_XAhWD26QKHRldAogQ9aACCEA&adurl=


Musste meine Tochter gestern machen und hat anstandslos geklappt... mit jeden Wagen und das beim ersten Mal!
Titel: Re: Gleichstromachsen rückmeldefähig, wie macht Ihr das so ?
Beitrag von: Manuel Keller in 27. November 2017, 20:30:34
Hallo Thomas,

irgendwo hatte ich das mit dem Grafitspray auch mal gelesen. Wie schaut es hier aus mit dem Widerstandswert ?
Wie habt Ihr das aufgebracht ? In einen Deckel gesprayt und dann mit Pinsel ?

Ich muß mal schauen, ich gleaube irgewo habe ich auch zwei Achsen mit Grafitspray drauf, bin mir aber nicht mehr sicher.
Titel: Re: Gleichstromachsen rückmeldefähig, wie macht Ihr das so ?
Beitrag von: michael1957 in 27. November 2017, 21:55:09
Hallo Thomas,
was Manuel hier fragt würde mich auch interessieren. Ich stehe vor allem mit meinem H0e-Wagenpark vor diesem Problem. Hast du dazu ein paar Durchführungshinweise wie man das korrekt machen kann?
Vielen Dank im Voraus für die Mühe und für deine Hilfe und beste Grüße aus Österreich,
Michael
Titel: Re: Gleichstromachsen rückmeldefähig, wie macht Ihr das so ?
Beitrag von: ottochen (Thomas) in 27. November 2017, 21:56:31
Hallo Manuel,
ja in deckel und dann mit Wattestäbchen aufgetragen!
Messwerte müsste ich mal messen... bidib ist hier sehr grosszügig und erkennt sehr hochohmige Achsen... messe mal nach!


So mal schnell gemessen zwischen 5 bis 20Kohm...mit ein bisschen übung kann man das sicher optimieren!
Titel: Re: Gleichstromachsen rückmeldefähig, wie macht Ihr das so ?
Beitrag von: Manuel Keller in 27. November 2017, 22:18:41
Hallo zusammen,

hab eben mal einen kleinen Bilderbericht gemacht.

um eine optimale, nämlich von jeder Achse eine Rückmeldung erhalten zu können, müssen wir 2 Leiter die Achsen modifizieren. Hierzu verwende ich SMD Widerstände 10 kOhm und 5,2 kOhm ( Bauform 0603 / ca.1,6mm x 0,8mm ), sowie von Busch Silberleitlack 5900. Insgesamt habe ich nun einige 100 Achsen zum Umbauen vor mir liegen.

(http://52106186.de.strato-hosting.eu/Forumgalerie/userImages/f3/12594-f302c34f.jpg)

Nachdem die Radsätze ausgebaut sind, werden sie ordentlich gereinigt und poliert. Dabei entferne ich absichtlich die Bruinierung auf der Auflagefläche.
Bei Achsen mit einer Isolierbüchse verwende ich die 10kOhm und bei beidseitigen Isolierungen eben 5,2 kOhm ( Bauart 0603 / ca. 1,6mm x 0,8mm ), welche in Reihe ebenfalls etwas mehr als 10 kOhm ergeben. Mit Industriesekundenkleber ( gelförmig ) klebe ich die kleinen Widerstände auf die Isolierung. Bei älteren Roco Achsen auf die Stege. Danach ca 10 min durchtrocknenlassen. Nachdem der Sekundenkleber durchgetrocknet ist, der Busch Leitlack gut aufgeschüttelt wurde, kann er mit einem feinen Pinsel aufgetragen werden.

(http://52106186.de.strato-hosting.eu/Forumgalerie/userImages/7f/12592-7f3f91c2.jpg)

Geduld ist gefragt, denn der Leitlack benötigt gut 2 Stunden bis er durchgetrocknet und damit leitfähig ist. Nun wird die Achse durchgemessen. Zuerst messe ich sie auf Kurzschluß ( Einstellung Meßgerät Diode/Piepser), zeigt der Wert 1 stimmt was nicht ( Wert 1 = Kurzschluß, Wert 0 = kein Durchgang ). Zeigt das Gerät ein anderen Wert kann man auf 20 kOhm umgestellt und den wahren Widerstand gemessen werden. Zeigt das Meßgerät keinen Wert an, muß nachgearbeitet werden.

Weicht der Wert extrem von dem angegebenen Widerstandswert ab, könnte der Silberleitlack ggf. eine ungewollte Überrückung des Widerstands bedeuten.

Insbesonders sollte man von der Radscheibe, auf die Isolierbüchse, wo der Widerstand aufgeklebt wurde, die Verbindung prüfen. Von Widerstand auf die Achse selbst ist zumeist kein Problem.

Diese Achse ist jedoch in Ordnung und kann eingebaut werden. Insgesamt habe ich so heute mittag bereits 80 Achsen modifizert.

(http://52106186.de.strato-hosting.eu/Forumgalerie/userImages/99/12593-99d035c7.jpg)
Titel: Re: Gleichstromachsen rückmeldefähig, wie macht Ihr das so ?
Beitrag von: michael1957 in 27. November 2017, 22:53:53
Hallo Manuel,
vielen Dank für die ausführliche Darstellung samt Bildern. Ich werd mich zu den kommenden Feiertagen diesem Thema einmal widmen - bei mir stehen etwas mehr als 100 H0e-Wagen zur Bearbeitung an...  ;)
Winterliche MoBa-Grüße aus Österreich an alle! Michael
Titel: Re: Gleichstromachsen rückmeldefähig, wie macht Ihr das so ?
Beitrag von: slopp in 28. November 2017, 08:40:55
Hallo,
das mit den SMD-Widerständen könnt Ihr Euch sparen es sei denn, Ihr benötigt einen definierten Widerstandswert.
Ich mache das genauso wie Stefan: 2 Lagen Widerstandslack.
Das geht sogar bei doppelt isolierten Rädern. In der Regel sind dabei die Achsen in einer Plastikbuchse gelagert.
Diese mit dem Lack von der Achse aus, bis zur metallenen Rückseite des Rades bestreichen. Das ganze zweimal. Bei nur einem Anstrich ist der Widerstand evtl. noch zu hoch.
Das funktioniert bei mir bisher tadellos, bei Uhlenbrock- und Digikeijs-Rückmeldern.

Grüße Steffen
Titel: Re: Gleichstromachsen rückmeldefähig, wie macht Ihr das so ?
Beitrag von: Manuel Keller in 28. November 2017, 12:47:47
Hallo Steffen,

danke auch für Deine Rückmeldung.

Dann hätten wir insgesamt 3 Varianten:

1. SMD Variante, aufwendig, aber dafür recht genau definierten Widerstand
2. Widerstandslack, einfach in der Handhabung, Widerstand undefinierbar ( hängt von Schichtstärke ab )
3. Graffitspray, ähnlich Widerstandslack von der Handhabung, ebenfalls Widerstand undefinierbar

Nun sind die Elektronikspezialisten gefragt. Wie genau wirkt sich das auf Booster und Stromverbrauch aus ?
Titel: Re: Gleichstromachsen rückmeldefähig, wie macht Ihr das so ?
Beitrag von: ottochen (Thomas) in 28. November 2017, 13:54:42
Hallo Manuel,
Bei 16V und einen Widerstand von 10kohm fliessen ca. 1,6mA den Rest kannst du dir ja selbst ausrechnen...aus meiner Sicht Booster irrelevant, da sehr kleiner Strom.
Titel: Re: Gleichstromachsen rückmeldefähig, wie macht Ihr das so ?
Beitrag von: Helmut Kreis in 28. November 2017, 23:29:31
Hallo,

egal ob Volt, Ampere und Ohm, es ist doch alles Strom.
Aber so egal ist es in Wirklichkeit gar nicht.

Aber vorab: Der fließende Strom ist gegenüber dem Motorstrom der Lok tatsächlich "vernachlässigbar".

Die Rechnung von Thomas stimmt nämlich nur für eine Achse auf einem Gleisabschnitt.
Da nun ein Wagen schon mindestens 2 Achsen hat, die man wegen der Symmetrie der Rückmeldung verwenden sollte, halbiert sich gemäß Parallelschaltung der Widerstand und verdoppelt sich der Strom.
Hat man nun 4 Wagen auf einem Abschnitt stehen, sind das schon 8x10KOhm parallel. Daraus ergibt sich ein Gesamtwiderstand von nur noch 1,25KOhm! Damit fließen dann schon 12,8mA
Pinselt man nun die Achsen einfach mal so mit Widerstandslack oder Grafit ein und hat nur 5KOhm pro Achse,
dann sind es für obige Rechnung ein Gesamtwiderstand von nur noch 625Ohm und ein Strom von 25,6mA.
Für einen langen 2-achsigen Güterzug verschlechtert sich das Ergebnis weiter.

Aber vielmehr sollte die Frage nach der Erkennung eines Wagens sein und demnach der Widerstand EINER Achse.
Entscheidend ist dabei die Ansprechempfindlichkeit des Gleisbelegtmelders.
Manuels Module erkennen den Belegtzustand sicher bei 1mA. Daraus würde sich ein Maximalwiderstand pro Achse auf 16KOhm berechnen.

Fazit: mit seinen 10KOhm pro Achse liegt er gut im Rennen :)
Titel: Re: Gleichstromachsen rückmeldefähig, wie macht Ihr das so ?
Beitrag von: A.Lindemann in 11. Dezember 2017, 13:28:23
Hallo zusammen,
wie oben schon von anderen beschrieben habe ich nur den Widerstandslack im Einsatz. Hier den von Uhlenbrock. Das Zeug ist mit Graphit und geht super, (wenn man das Schütteln vorher nicht vergisst) . Ich habe an  allen Achsen aller Wagen (ca 450 Achsen)  mit einem kleinen Pinsel einen Punkt über die Kunststoffisolierung der Achsen gemacht. Ist also eine Aktion von wenigen Sekunden pro Achse.
Wenn es kurz angetrocknet ist kann es gleich wieder auf die Anlage gehen.
Ich habe hierfür  etwa 2/3 der kleinen Flasche verbraucht.

Also 100% zu empfehlen  geht schnell und funktioniert bestens.

Viele Erfolg
beste Grüße aus Dresden
Titel: Re: Gleichstromachsen rückmeldefähig, wie macht Ihr das so ?
Beitrag von: Manuel Keller in 11. Dezember 2017, 16:57:58
Hallo zusammen,

Danke für den Feedback A. Lindemann.

Zu Helmuts Antwort kurz angemerkt. Ich habe mal versuche gestartet bis zu welchem Wert meine Rückmelde mit Gleisbesetztmelder Module Viessmann 5233 sicher auswerten können. Dazu habe ich einfach Widerstände mit Stecker direkt am Modul getestet. Maximal könnte man einen Widerstandswert mit 33kOhm verwenden. Alles was darüber hinausgeht mögen sie nicht. Testweise habe ich nun mal 10 Achsen mit 27 kOhm ausgestattet, die einwandfrei melden.