Reedkontakte und Stellwerkswaechter
 

Reedkontakte und Stellwerkswaechter

Begonnen von ingbert, 31. Mai 2020, 22:40:56

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ingbert

Hallo zusammen,

nachdem viele von uns in den letzten Wochen sicherlich auch mehr Zeit für neue Ideen haben, habe ich einige neue Funktionen in die Steuerung etabliert. Dabei ist mir ein "Problem" begegnet:

Um ortsabhängige Funktionen auszulösen, nutze ich Reedkontakte, die noch aus alter analoger Zeit verbaut sind. Dabei haben die unterschiedlich langen Triebfahrzeuge teilweise je nach Fahrtrichtung ausgelegt zwei Kontakte auf dem Wagenboden an beiden Endteilen. Für Funktionen innerhalb WDP sind dafür recht einfache Bedingungen im Stellwerkswaechter definiert. Eine "Und"-Bedingung ist dabei die Auslösung des Reedkontaktes als Momentkontakt bei der Überfahrt. Grundsätzlich logisch funktioniert alles.

Was ist mir als einziger Knackpunkt nun aufgefallen:

Mal löst die Funktion im Stellwerkswaechter zum Zeitpunkt des ersten Magnetkontaktes aus, mal erst beim zweiten und vereinzelt auch richtig verspätet, nachdem beide Magnete schon deutlich über den Reedkontakt gefahren sind. Zwischen dem Kontakt des ersten Magnetes und dem tatsächlichen Auslösezeitpunkt können da im ungünstigsten letztbeschriebenen Fall schon mal über 1 Sekunde sein.

Erster Verdacht: Sichere Auslösung. Die ist gegeben, da ich über Oszilloskop jedesmal bei Überfahrt zwei saubere Auslösepulssignale messen konnte. Zweiter Verdacht: Der S88-Bus. Also Kontaktprüfung an der Tams-Zentrale, die hat aber jedesmal positiv beim ersten Magnet reagiert. also auch nicht ursächlich.

Bleibt nun WDP mit dem zeitlichem Verhalten im Stellwerkswaechter als "Übeltäter" übrig. Daher nun meine Frage an die Wissenden: Wie sieht es programmseitig im Hinblick auf die Zeitachse mit der Ausführung von Funktionszeilen im Stellwerkswaechter aus und kann ich das im Rahmen von Einstellparametern irgendwie so beeinflussen, dass die Auslösung zeitlich gleichmäßiger erfolgt?

Die verwendete Softwareversion müsste ganz aktuell sein, der letzte Updatedurchlauf war letzte Woche.

Mit freundlichen Grüßen,

Ingbert Neumeister
1. H0-Anlage; WDP 2021.0b Premium, Asus, intel i9-9600K, 8GB RAM, Win 10pro 21H2; Tams MC mit HC, v2.2.3, Tams Booster B-3, GBM-1, S88-3, WD-34, Lokdekoder mehrheitlich Tams LD-G32/33
2. N-Anlage; WDP 2021.0b Premium, Fujitsu intel i3 1,8GB/ 2GB RAM/WinXP oder Asus intel i3 2,4 GB/4GB RAM/Win10pro 21H1, Tams MC mit HC2, v2.2.3, Tams Booster B-4, GBM-8, S88-3, KSM-2, WD-34, SD-34, Lokdekoder Tams LD-G30/31 und D&H 05C/10C
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Edwin Schefold

Hallo Ingbert

Der STW arbeitet mit einer minimalen Zeit von 500ms.

Und es ist immer ein Wechsel des Zustandes, der eine Funktion auslöst.

Da du ja nur einen Moment den RMK auslöst, sollte dieser vielleicht eine verzögerte Ausschaltzeit bekommen.
Mit dem Gruß eines freundlichen Modellbahners

Edwin Schefold
  • Win-Digipet-Version:
    2025.x und Beta
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    MM/DCC/MFX m. TAMS-MC 2.2.3, 2x Heller Booster 2x7,5A, M/C-Gleise, Car-System, 20x S88 - BMBT, Schalt-/Magnetartikel-/Signaldecoder - Viessmann, LDT und BMBT, UB-u. Kühn-Lokdekoder, Timer - BMBT, ESU-Servodecoder
  • Rechnerkonfiguration:
    PC 1,8GHz/1536MB/XP pro und Laptop i7/1TB SSD /Win11

ingbert

Hallo Edwin,

die entsprechenden Kontakte habe ich als Momentkontakt mit Einschaltzeit 0 und Ausschaltzeit 500 definiert. Das hatte ich vergessen zu schreiben. Ein ausgelöster Kontakt bleibt dann auch für die Ausschaltzeit auf Logisch-High, wenn der Reedkontakt schon nicht mehr aktiv ist.

Interessanter ist für mich die Aussage "minimale Zeit von 500ms". Bedeutet dies, dass der STW mit festem Takt von 500ms abfragt und je nach Auslösemoment damit auch mal ein Momentkontakt mit seiner zeitlich zu betrachtenden Anfangsflanke verloren geht? Mit der längeren Ausschaltzeit und der Reaktionszeit gibt das eine Hysterese von 0,5 Sekunden (!) - für ortsgenaue Modellbahneffekte geradezu eine halbe Ewigkeit ...

Mit freundlichen Grüßen,

Ingbert Neumeister
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Markus Herzog

#3
Hallo Ingbert,

Nein, da geht nichts verloren insb. wenn der Momentkontakt mit Einschaltzeit 0 definiert ist und der Kontakt nicht sofort wieder durch den nächsten deaktiviert wird. Ich würde allerdings raten die Ausschaltzeit mal höher zu setzen auf sagen wir mal 1500msec.
Wenn du den als Momentkontakt definiert hast....über welchen Kontakt gibst du den denn wieder frei?

Der Stellwerkswärter hatte geringere Priorität im System. Sind also gerade wichtige Steuervorgänge aktiv, dann tritt der in den Hintergrund, da sonst die Gefahr besteht das wichtigere Dinge aufgrund der begrenzten Befehlsbandbreite die die meisten Digitalsyteme verarbeiten können ins Hintertreffen geraten würden.

Grüße
Markus
  • Win-Digipet-Version:
    WDP 2025.x Beta
  • Anlagenkonfiguration:
    3-Leiter Anlage, Rollendes Material Märklin/Roco/Brawa/Mehano, Fahren: DCC, m3 via Tams MC, Schalten/Melden: Selectrix, BiDiB, Motorola (nur wenige Sonderaufgaben)
  • Rechnerkonfiguration:
    Intel i7

ingbert

Hallo Markus,

danke für die Infos. Mit der höhergesetzten Ausschaltzeit werde ich mal schauen, ob und wie sich am Verhalten etwas ändert.

Die Freigabe funktioniert über einen zweiten Reedkontakt im Folgeabschnitt. Diese Installation auf der Anlage existierte noch aus der Analogzeit um zu verhindern, dass bei Zügen aus mehreren Triebfahrzeugen jeder Magnet wieder aufs Neue auslöst. Das klappt auch digital sehr gut und ist bei der Rückstellung auch überhaupt nicht ortskritisch.

Gibt es eine alternative Möglichkeit, unabhängig von Fahrstraßen einen ortsabhängigen Schaltbefehl in WDP möglichst exakt auszulösen? In meinen Gedanken ist der STW für so etwas die erste und alleinige Wahl.

Mit freundlichen Grüßen,

Ingbert Neumeister

1. H0-Anlage; WDP 2021.0b Premium, Asus, intel i9-9600K, 8GB RAM, Win 10pro 21H2; Tams MC mit HC, v2.2.3, Tams Booster B-3, GBM-1, S88-3, WD-34, Lokdekoder mehrheitlich Tams LD-G32/33
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Helmut Kreis

Hallo Ingbert,

ZitatGibt es eine alternative Möglichkeit, unabhängig von Fahrstraßen einen ortsabhängigen Schaltbefehl in WDP möglichst exakt auszulösen?
Na, dann eben über einen Taster, der am Ort des Geschehens an der Anlage angebracht wird.
Aber was willst Du denn jetzt? Eine Lok oder ein Fahrzeug löst das Ereignis aus, oder eine Auslösung unabhängig von Fahrstraßen?
Gruß
Helmut
  • Win-Digipet-Version:
    WDP 2025.x PE
  • Anlagenkonfiguration:
    • Gleis: Spur H0, Piko A-Gleis
    • Steuern: Lenz Digital +, LVZ200, LV102
    • Schalten: Lenz: LS100/110/150, LS-DEC-DB für Lichtsignale, Hoffmann Weichenantriebe MWA02S
    • Melden: GBM16X .. der Fa. Blücher Elektronik, Lenz: LR100, (OpenDCC GBM Boost/GBM16T mit RailCom), RS-Bus + RailCom über LocoNet
  • Rechnerkonfiguration:
    Windows 11, 64 bit

Markus Herzog

Hallo Ingbert,

Profile....

Grüße
Markus
  • Win-Digipet-Version:
    WDP 2025.x Beta
  • Anlagenkonfiguration:
    3-Leiter Anlage, Rollendes Material Märklin/Roco/Brawa/Mehano, Fahren: DCC, m3 via Tams MC, Schalten/Melden: Selectrix, BiDiB, Motorola (nur wenige Sonderaufgaben)
  • Rechnerkonfiguration:
    Intel i7

ingbert

#7
Hallo Helmut,

in der heutigen Zeit hat man so manche neue Ideen. Eine ist, dass bestimmte Fahrzeuge an einer bestimmten Stelle eine bestimmte Funktion auslösen. Eben nicht alle, deswegen kein "Taster", den irgendjemand drücken müsste oder automatisch alle vorbeifahrenden Modelle auslösen. Das ist doch ein klassischer Anwendungsfall für ein Steuerprogramm. Grundsätzlich funktioniert es ja auch perfekt, nur eben mit der "Ortshysterese".

Hallo Markus,

dann werde ich mich mit diesem Vorhaben im Bereich der Profile versuchen auszutoben. Das war bisher bei mir nicht gebräuchlich, aber jetzt habe ich einen Grund, mich damit endlich mal konkret zu beschäftigen.

Vielen Dank für die Antworten und nun weiter geschwitzt :-))

Mit freundlichen Grüßen,

Ingbert Neumeister
1. H0-Anlage; WDP 2021.0b Premium, Asus, intel i9-9600K, 8GB RAM, Win 10pro 21H2; Tams MC mit HC, v2.2.3, Tams Booster B-3, GBM-1, S88-3, WD-34, Lokdekoder mehrheitlich Tams LD-G32/33
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