Funktionalität von Erlaubnispfeilen Symbole 356-359 ?
 

Funktionalität von Erlaubnispfeilen Symbole 356-359 ?

Begonnen von Thies Frahm, 16. August 2016, 19:00:26

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Thies Frahm

Liebe Gemeinde,

ich habe verschiedentlich immer mal Hinweise gelesen, dass man im Gleisbild "Erlaubnispfeile" benutzen sollte. Gemeint sind die Symbole 0356 - 0359.

So richtig habe ich bisher keine gute Darstellung der Funktionalität dazu gefunden. Im sehr guten Handbuch steht auf Seite 274 nur, dass ".. Sie diese Symbole zur fahrtrichtungsabhängigen Steuerung einer ein- oder zweigleisigen Strecke einsetzen können."

Wenn ich im Stichwortverzeichnis und im Inhaltsverzeichnis nach "Erlaubnispfeil" suche, finde ich nichts. Mit CTRL-F im PDF auch nichts wirklich umfassendes und im Forum auch nicht so recht.

Aber sicher ist alles wieder ganz einfach wenn mal die alten Hasen die Fragen sehen:

1.
Erzwingt ein Erlaubnispfeil per Definition, dass Züge nur noch in Richtung des Erlaubnispfeils fahren können (und nicht mehr entgegen gesetzt) oder muss man dann noch etwas tun?

Erkennt z.B. der Navigator die "Erlaubnispfeil-Richtung" und bietet nur noch eine Richtung an?

2.
Wenn nein, was muss getan werden, damit das so funktionieren würde?

3.
Braucht man zwingend eine Magnetartikeladresse für den Erlaubnispfeil und was macht das Symbol im Betrieb, wenn keine Magnetartikeladresse vergeben ist?

4.
Kann ich eine Magnetartikeladresse zu einem Erlaubnispfeil auch noch nachträglich vergeben, wenn ich schon Fahrstrassen darüber aufgezeichnet habe oder müsste ich FS danach wieder neu aufzeichnen?

5.
Ich unterstelle, eine solche MA-Adresse braucht nur virtuell zu sein, richtig?

6.
Was sollte man sonst noch zu diesem Symbol wissen?

Danke!

Gruß
Thies
Anlage Märklin K-Gleis im Bau, nur Testbetrieb, derzeit 4 Schattenbahnhöfe zusammen 42 Gleise;
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Thies Frahm

Liebe Gemeinde.

und noch eine Ergänzung: ich habe derzeit erst 2 Schattenbahnhöfe gebaut und bin mit WDP hier am Experimentieren, d.h. jeder der beiden Schattenbahnhöfe soll natürlich nur immer von einer Seite eingefahren und jeweils auf der anderen Seite ausgefahren werden.

Ein Fahrtrichtungswechsel darf es hier - in den beiden Schattenbahnhöfen - also eigentlich nie geben.

Meine Idee war, mit den Erlaubnispfeilen diese Absichten durch WDP unterstützen zu lassen?

Gruß
Thies
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Edwin Schefold

Hallo Thies

Der Erlaubnispfeil wird nicht automatisch erkannt.

Er kann nachträglich in das Gleisbild eingefügt werden und bekommt eine virtuelle Adresse.

Die entsprechenden Fahrstraßen müssen dann, mit dem Kamerasymbol, bearbeitet werden. Dieses Symbol wird hier mit der rechten Maustaste angeklickt und somit funktionstechnisch gelöscht.
Die Funktion wird dann per Folgeschaltung in der Fahrstraße, oder per STW geschaltet, je nach Aufgabe.

Der Pfeil wird als Bedingung im ZFA-Editor bei den betroffenen Fahrstraßen eingetragen.
Er kann auch im STW als Bedingung hergenommen werden um eventuell weitere MA zu steuern.

Er dient in den meisten Fällen dazu, dass die Fahrtrichtung nach Bedarf gewechselt wird, so dass es zum Beispiel keine Begegnungen auf eingleisigen Fahrstraßen gibt.
Mit dem Gruß eines freundlichen Modellbahners

Edwin Schefold
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Thies Frahm

Hallo Edwin,

danke, heißt das, ich kann die virtuelle MA-Adresse des Erlaubnispfeils auch nachträglich noch hinzufügen OHNE die Fahrstraßen dann noch nachbearbeiten zu müssen so wie Du es beschrieben hast, Hauptsache, der Pfeil ist VOR dem Aufzeichnen der Fahrstrassen schon im Gleisbild eingetragen?

Und zweitens: habe erkannt, dass der Erlaubnispfeil eher etwas für eingleisige Strecken ist und dass er ja sogar "umschaltbar" ist ! Welchen Sinn hätte der Erlaubnispfeil bei Schattenbahnhöfen?

Gruß

Thies
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Peter Ploch

Zitat von: Thies Frahm in 17. August 2016, 11:11:25Und zweitens: habe erkannt, dass der Erlaubnispfeil eher etwas für eingleisige Strecken ist und dass er ja sogar "umschaltbar" ist ! Welchen Sinn hätte der Erlaubnispfeil bei Schattenbahnhöfen?

Hallo Thies,

wenn Du den Schattenbahnhof nur in einer Richtung befährst, dann brauchst Du keine Erlaubnispfeile. Diese sind nur für eingleisige Strecken im Gegenverkehr notwendig.
Viele Grüße aus Neu Isenburg und allzeit HP 1
Peter


Diverses
Homepage von Modelleisenbahnclub Neu Isenburg
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Willi Emmers

Hallo Thies,

im Prinzip hat Edwin schon alles in Kurzform gesagt, was wichtig ist. Für die Funktionalität des Erlaubnispfeiles halte ich folgende Vorgehensweise für sinnvoll:

1. Einzeichnen des Symbols in die ausgewählte Fahrstraße mittels Gleisbild-Editors (GB-E). Im Prinzip ist es egal,
    ob Du z.B. bei einer waagerechten Fahrstraße (FS) das Symbol 0358 oder 0359 benutzt. Das kannst Du später
    noch einstellen. Das Symbol kannst Du somit auch nachträglich in eine schon fertige Fahrstraße einzeichnen.

2. Der im GB-E eingetragene neue Pfeil ist noch ausgegraut und bekommt durch die Vergabe einer
    virtuellen Magnetartikel-Adresse Leben eingehaucht, er wird gelb. Da dieser Pfeil kein richtiger Magnetartikel
    ist, macht auch die Vergabe einer real existierenden Magnetartikel-Adresse hier auch keinen Sinn. Gleisbild
    speichern.

3. Fahrstraßen-Editor (FS-E) und die geänderte Fahrstraße aufrufen. Im FS-E taucht nun neben dem Pfeil 
    ein rotes Ausrufezeichen auf. Das heisst, die Fahrstraße enthält aktuell einen Fehler. Mit dem Kamera-Symbol
    wird nun der Pfeil in die Fahrstraße mit aufgenommen. Mittels rechtem Mausklick wird die feste Funktion des
    Pfeils entfernt. Er kann dadurch später im STW gesteuert werden.
    Sollten mehrere Fahrstraßen über dieses geänderte Gleis führen, musst Du natürlich diesen Vorgang für jede
    einzelne Fahrstraße, die über dieses Gleis führt, wiederholen.
    Das Speichern der Änderungen nicht vergessen.

4. Zur Steuerung gibt es mehrere Möglichkeiten:

a) Du kannst die Richtung des Erlaubnispfeiles ändern, indem Du den Erlaubnispfeil in die Folgeschaltungen der
    gleichen Fahrstraße mit aufnimmst. So wird die Pfeilrichtung automatisch nach der Auflösung der Fahrstraße
    geändert. Das macht aber nicht immer Sinn.
b) Du kreierst im Stellwerkswärter Bedingungen, bei welchen Gegebenheiten auf Deinem Gleisbild der Pfeil
    gedreht und somit eine Fahrstraße befahren werden kann. Ich halte das für die bessere Lösung.

5. Im Zugfahrten-Automatik-Editor trägst Du bei Deiner(n) geänderten Fahrstraße(n) unter "Bedingungen" die
    Pfeilrichtung ein, bei der Dein Zug diese Fahrstraße benutzen darf. Dadurch wird eine Freigabe der Fahrstraße
    nur möglich, wenn der Pfeil in die richtige Richtung zeigt. Wie immer, speichern nicht vergessen.

Ich hoffe alle Aspekte der Erlaubnispfeil-Steuerung damit abgedeckt zu haben. Sollte ich etwas vergessen haben, Nobody is perfect.

Ich benutze die Erlaubnispfeile für die Steuerung einer Nebenbahn, die im Pendelverkehr gemeinsam mit dem Durchfahrtsverkehr Gleis 1 meines Bahnhofs benutzt.
Schienenbus (SB) kommt von der Nebenstrecke ins Gleis 1. Preiserlein steigen aus. Der SB fährt in Stumpfgleis und wartet auf Rückfahrt. Gleis 1 wird wieder vom Durchgangsverkehr genutzt. Nach Ablauf der Wartezeit und freiem Gleis 1 fährt der SB wieder in Bahnsteigmitte, Preiserlein steigen ein und der SB fährt zum Nebenbahnhof zurück.
Für diese Steuerung benötige ich den Erlaubnispfeil, weil WDP sonst mit den Fahrstraßen etwas durcheinander kommt (SB fuhr von Bahnsteigmitte wieder ins Stumpfgleis zurück).


Liebe Grüße vom Niederrhein

Willi Emmers
Liebe Grüße vom Niederrhein
Willi Emmers

... und ich dachte, es kann nicht schlimmer kommen und es kam schlimmer.
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Willi Emmers

#6
Liebe WDP-Gemeinde,

natürlich hatte ich in meinem Beitrag noch eine "Kleinigkeit" vergessen.
Ich habe mit einem Zähler gearbeitet.
Der Zählerstand wird auf 0 gesetzt. Bei der Einfahrt in den Bf wird der Zähler in der Einfahrt-FS um +1 erhöht. Bei der Ausfahrt aus dem Stumpfgleis um -1 erniedrigt.
Das heisst, kommt der Zug aus Richtung Nebenbahnhof, hat der Zähler +1. Bei der Ausfahrt Richtung Nebenbahnhof hat der Zähler den Stand 0. Der Zählerstand 0 wird in den Bedingungen der Ausfahrt-FS als Bedingung eingetragen und somit abgefragt.

Zusätzlich gibt es in Punkt 3 auch noch eine andere Möglichkeit, wenn man nicht großartig im STW programmieren will. Ich hatte geschrieben:

3. Fahrstraßen-Editor (FS-E) und die geänderte Fahrstraße aufrufen. Im FS-E taucht nun neben dem Pfeil 
    ein rotes Ausrufezeichen auf. Das heisst, die Fahrstraße enthält aktuell einen Fehler. Mit dem Kamera-Symbol
    wird nun der Pfeil in die Fahrstraße mit aufgenommen. Mittels rechtem Mausklick wird die feste Funktion
    des Pfeils entfernt. Er kann dadurch später im STW gesteuert werden.

    Sollten mehrere Fahrstraßen über dieses geänderte Gleis führen, musst Du natürlich diesen Vorgang für jede
    einzelne Fahrstraße, die über dieses Gleis führt, wiederholen.
    Das Speichern der Änderungen nicht vergessen.

Man muss nicht unbedingt mit der rechten Maustaste das Pfeilsymbol aus der FS entfernen (kursiver Text), man kann es auch drin lassen. Allerdings muss dann eine weitere Fahrstraße in der Gegenrichtung aufgenommen werden (natürlich muss der Pfeil dann in die andere Richtung zeigen). Die Abfrage (der bereits genannte Zähler) erfolgt wieder als Bedingung im ZFA-Editor.


Liebe Grüße vom Niederrhein

Willi Emmers
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Helmut Kreis

Hallo Willi,

das wird dann aber wohl irgendwann voll in die Hose gehen, wenn auch Zugfahrten über die Strecke erfolgen. Dann stehen sich nämlich beide Züge irgendwann mal gegenüber!
Gruß
Helmut
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Willi Emmers

#8
Hallo Helmut,

nö, weil ich habe ja im Zugfahrten-Automatik-Editor bei den Bedingungen eine Abfrage eingebaut. Im Prinzip ganz simpel.
Zug kommt vom Nebenbahnhof (von rechts) > Zähler = 1
Zug kommt vom Stumpfgleis (von links)         > Zähler = 0

Im STW wird abgefragt: Ist Zähler = 1 dann wird in der Bedingung "Wenn Bedingungen zutreffen" der Pfeil auf links gestellt, wenn die Bedingung nicht erfüllt ist "Bedingungen nicht zutreffen" (=0) zeigt er nach rechts.

Bei der Einfahrt in den Bf wird auf dem Startkontakt der FS der Zähler um 1 erhöht. Der hat nun einen festen Wert, nämlich 1. Da ich im Bf auf dem Gleis 1 drei iZNF habe, muss ich auch 4 FS haben. Der Schienenbus soll schließlich mittig in jeder Richtung halten (die Preiserlein wollen aus- bzw. einsteigen und der Schienenbus soll im Stumpfgleis auf seine Rückfahrt warten. Im Stumpfgleis wird vor der Abfahrt der Zähler wieder um 1 erniedrigt, der hat dann den Wert 0. In den betreffenden FS wird dann der Wert des Zählers abgefragt und die richtige Fahrstraße gestellt.

FS 1 = vom Einfahrsignal (Zähler wird um 1 erhöht) zum Gleis 1 mittig
FS 2 = von Gleis 1 Mitte ins Stumpfgleis
FS 3 = (wenden, Zähler wird um 1 erniedrigt und hat jetzt 0) vom Stumpfgleis zum Gleis 1 Mitte
FS 4 = von Gleis 1 Mitte zum Nebenbahnhof

Also in der Simulation funktioniert das alles perfekt ohne Zusammenstöße oder andere Unbill.
Der Grund für diese Logik war: Der Schienenbus kam vom Nebenbahnhof und fuhr mit Stop in der Mitte des Gleises 1 zum Stumpfgleis. Anschließend fuhr er zur Mitte von Gleis 1 und fuhr wieder zum Stumpfgleis zurück. Das war etwas anders geplant.

Wozu ein bisschen Logik mit Nullen und Einsen doch gut ist ...  ;)
Liebe Grüße vom Niederrhein
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