Nothalt mit 'Bocksprung' beim Wiederanfahren
 

Nothalt mit 'Bocksprung' beim Wiederanfahren

Begonnen von Matthias Kälin, 12. August 2012, 17:24:27

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Matthias Kälin

Liebe WDP-Gemeinde
Ab und zu gibt's auch bei mir irgendwo eine Entgleisung bzw einen Kurzschluss  ;).
Dann erscheint im WDP bekanntlich das Fenster 'Nothalt' auf dem Monitor.
Ist nun die Störung behoben, wähle ich meist den Buttom 'Langsames Anfahren aller Loks'
Nach dem Drücken des OK, machen erst alle Loks, die im Rahmen der ZFA auf der Strecke stehen geblieben sind einen Bocksprung   :P, halten dann kurzzeitig an und fahren erst danach langsam an.

Bei diesem Bocksprung kommt es dann vor, dass bei schweren Güterzügen gleich die gesteckte NEM-Kupplung ausreisst und die nächste Panne ist bereits 'vorprogrammiert' insbesondere wenn der Zug auf der Bergstrecke steht und sich die Wagenkomposition selbständig macht und den Berg hinunter rast.

Welche Einstellung im WDP2012 oder sonstwo ist falsch, dass die Loks einen Bocksprung machen, bevor sie dann langsam wieder anfahren?

Gerne erwarte ich Eure Vorschläge.
Gruss aus der sonnigen Schweiz
Matthias


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Stefan Lersch

Hallo Matthias,

ich kenne deine Decoder nicht, aber bei meinen kann man den Analogmodus ausschalten. Wenn das bei dir geht, dann mach das auch mal. Hintergrund: viele Decoder missverstehen den Stromimpuls beim wieder Einschalten falsch als analogen Vollgas-Befehl. Dann merken sie, dass doch ein digitaler Befehl anliegt und korrigieren sich. Resultat ist dann der Bocksprung.
Viele Grüße,
Stefan
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Markus Herzog

#2
Hallo Matthias,

Wenn die Analogerkennung wie von Stefan geschrieben nicht die Ursache ist....

Je nach Dekoder und Zentrale kann man dann gar nichts dran machen.

Was passiert bei so einem Nothalt? Es wird der Strom abgestellt denn das geht binnen Millisekunden...außerdem sagt WDP der Zentrale für jede Lok mit Fahrstufe größer 0, dass zukünftig die Fahrstufe 0 sein soll. Wegen der Stromabschaltung kriegen das die Loks natürlich erstmal nicht mehr mit.

Was passiert nun beim Auflösen des Nothalts? Erst mal wird nun der Strom wieder eingeschaltet. Alte Dekoder bleiben dann einfach stehen, denn sie haben kein "Gedächtnis" und wissen nicht mehr was vor dem Nothalt war. Neuere Dekoder fahren aber sobald der Strom wieder da ist mit alter Fahrstufe wieder los (dein Bocksprung).
Um das zu verhindern wird bei den Zentralen, die das können sofort eine Art "Broadcast" (Befehl an alle Loks) auf das Gleis gelegt, der allen Loks sagt, dass sie stoppen sollen. Das können aber nur DCC-Dekoder (MFX eventuell auch aber ist nach meinem Wissen bis dato in keiner Zentrale implementiert) und somit nahezu jeder Märklindekoder zum Beispiel nicht. Das was dann noch fährt wie vermutlich z.B. alle MM und MFX-Dekoder macht dann solange den Bocksprung bis die beim Nothalt gesendete Fahrstufe 0 bei den Loks ankam. Und jedes Signal auf dem Gleis hat halt seine Laufzeit bzw. Dauer und auch die Zentralen sind da sehr unterschiedlich schnell.
Und erst danach können die Loks wieder langsam anfahren.

Wirklich effektive Gegenmaßnahmen sind also nur:
-mit sehr wenigen Loks gleichzeitig fahren (nicht ernst gemeint)
-sofern möglich DCC-Format einsetzen
-Zentrale, die Notstopp an alle Loks vom PC aus angesteuert senden kann (kann deine IB, aber zum Beispiel auch Lenz oder Tams, mehr fällt mir aus dem Kopf nicht ein, die Märklin CS2 hat auch so einen Befehl drin, aber mir ist nicht bekannt wie sie ihn auf dem Gleis umsetzt)
-Zentralen verwenden, die mehr Befehle vom PC pro Sekunde aus bearbeiten kann, da gibt es durchaus welche die um den Faktor 5 schneller sind

Grüße
Markus

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Matthias Kälin

#3
Vielen Dank für Eure Begründungen und Vorschläge bezüglich Problembehebung.

Da ich, von vier Märklin-Loks abgesehen, nur mit ESU-Decodern fahre, kann ich den Analogmodus auf 0 stellen. Sobald ich Zeit finde, werde ich dies bei meinen 14 'ESU-Maschinen' tun.

Eventuell ist auch bei den Märklin-Decodern der CV50 (wie bei ESU-Decodern 2-4) oder der CV55 (wie bei HAG-Lokdecodern) der Analogmodus, mal schauen, was passiert, wenn ich diese vorerst lese und dann auf 0 stelle.

Nochmals herzlichen Dank.
Gruss
Matthias
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Matthias Kälin

Hallo Markus
Und noch eine Frage: Welche Zentrale(n) meinst Du, die bis zu 5x schneller sind als die IB?
Gruss
Matthias
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Markus Herzog

Hallo Matthias,

z.B. Tams MC oder auch die ECoS oder die CS2. Schau mal in die Signaturen was die meisten einsetzen....
Lenz ist auch gut, kann aber nur DCC.

Fährst du die ESU auch schon im DCC-Format?

Grüße
Markus
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Michael Helbig

Hallo Matthias,

eine radikale wie geniale Lösung ist von Friedel Weber http://www.moba-tipps.de/  "Nie wieder Kurzschlussabschaltung". Ich habe das konsequent umgesetzt und kenne die WDP-Meldung gar nicht mehr.

Gruss
Michael
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Jürgen Gräbner

Hallo Michael,

Zitateine radikale wie geniale Lösung ist von Friedel Weber http://www.moba-tipps.de/  "Nie wieder Kurzschlussabschaltung". Ich habe das konsequent umgesetzt und kenne die WDP-Meldung gar nicht mehr.

das ist für diesen Fall genau der verkehrte Weg. Beim Fragesteller fahren die Loks nach dem Einschalten der Spannung sofort mit voller Geschwindigkeit wieder an, da die neuen Fahrstufeninformationen (FS 0) noch nicht am Decoder angekommen sind. Und genau dieses Verhalten würden die Loks auch zeigen, wenn die Sicherung wieder einschaltet und das ist explizit nicht gewollt.
Viele Grüße
Jürgen
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Friedel Weber

Hallo Michael

Eine Radio Eriwan Antwort dazu:
Im Prinzip hat Jürgen Recht. Wenn man ein langsames Anfahren nach einer Notabschaltung will, ist meine Lösung nicht die richtige.....

....aber:
Der Witz meiner Kurzschlussabschaltung ist ja gerade, dass es damit nicht mehr zu einer globalen Abschaltung kommt, sondern es wird nur ein Segment still gelegt, während die ganze übrige Anlage ungestört weiter fährt.
In der Praxis wird man dann alle Züge erstmal ihre Fahrstraßen zuende fahren lassen, und wenn die ganze Anlage steht, behebt man den Fehler, der zur Abschaltung führte. Danach wird der eine, "kranke" Zug nach der Reaktivierung des abgeschalteten Segments sofort mit der ursprünglichen Geschwindigkeit wieder losfahren - aber das hat mich noch nie gestört.

Ich finde es einfach grauenhaft, wenn wegen eines einzigen aus den Schienen gesprungenen Wagens durch den Kurzschluss die ganze Anlage abstoppt!

Viele Grüße
Friedel Weber
http://www.moba-tipps.de/kurzschlussabschaltung.pdf
Viele Grüße an alle Modellbahner
Friedel Weber

www.moba-tipps.de
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supermoee

Hallo,

bei den ESU Dekodern gibt es doch die iene Einstellung wq man entscheiden muss, was nach einer Stromunterbrechung passieren soll:

- mit 0 wieder anfahren und mit der eingestellten Verzögerung beschleunigen
- mit der zuletzt gefahrenen Geschwindigkeit, ohne Verzögerung

Bei der zweiten Option kommt es dann zum Bocksprung.

Leider weiss ich nicht mehr, was das für eine CV ist. Bei meiner CS1 war das eine Menüeinstellung.

GRuss

Stephan
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  • Rechnerkonfiguration:
    Intel i7 920  mit 3 Gb RAM, Win10 Home / AMD Win10 Home

Markus Herzog

Hallo,

Was Stephan meint ist bei den meisten Lopis Cv 124 Bit 3. Hat aber auch den Nachteil das bei kleinen Gleisverschmutzungen der Zug schnell mal stehen bleibt und dann wieder langsam anfährt während das sonst nicht auffällt weil die Zugmasse+-geschwindigkeit die Lok einfach über die Stelle wegdrückt und man nichts merkt.
Bei den ersten Lopis war diese Option ab Werk aktiviert und nicht abschaltbar und das war damals einer der großen Kritikpunkte an den Dingern, dass die bei jedem Dreck wieder langsam losfuhren.

Grüße
Markus
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Matthias Kälin

Liebe Kollegen
Ich habe alle erdenklichen CVs des ESU-Decoders mutiert und die Wirkung war = Null, d.h. die Loks machten beim Langsamen Wiederanfahren nach dem Nothalt weiterhin Bocksprünge wie junge Hirsche.
Konkret:
CV13 auf 0
CV14 auf 0
CV29 auf 0
CV50 auf 0
CV124 auf 3 und einmal auf 11

Anscheinend gibt's hier wirklich keine einfache Lösung, oder doch?
Sicher habt Ihr doch einiges mehr Erfahrung mit diesem Ding und könnt mir sagen/schreiben, was zu tun ist, um die jungen Hirsche zur langsamen Wiederanfahrt zu bewegen.
Herzlichst
Matthias
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Jürgen Gräbner

Hallo,

ZitatCV13 auf 0
CV14 auf 0

hat gar nichts damit zu tun.

Zitat
CV29 auf 0

Dann fährst du wohl nicht mit DCC? Wurde dir aber geraten. ESU-Multi Decoder mit der IB1 unter MM zu fahren ist ohnehin eine Sünde... ;D

ZitatCV124 auf 3 und einmal auf 11

Bei den V4 Decodern ist es die CV122 (Bit 1)
Viele Grüße
Jürgen
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Matthias Kälin

Liebe WDP-Gemeinde

Ich wurde zwar nur gefragt, ob ich nicht DCC fahre und habe dies nicht als Aufforderung zur Umstellung betrachtet.
Nun, da ich ja grundsätzlich kein sündiger Mensch sein will, habe ich auf DCC umgestellt, die IB 65000 sowie die Digitalformate in der IB- und WDP-Fahrzeugdatenbank.

Dabei machte ich folgende Erfahrungen:

1. Loks mit ESU-Decoder V1.02 sowie V2.0 3.Auflage und natürlich diejenigen mit V3.0 und V4.0 machen nun keine Bocksprünge mehr und dies OHNE irgendwelche Umprogrammierungen der CV29 und 50. (8 Maschinen).

2. Loks mit ESU-Decoder V2.0 11/2004 machen weiterhin Bocksprünge und dies auch nach der Umprogrammierung der CVs 29 und 50 (4 Maschinen).

3. Und nun die neueren Märklin-Loks mit Märklin-Decodern MM und MFX: Keine der 6 Maschinen ist lernfähig und lässt sich vom Bocksprung abhalten.

Kennt nun jemand die Lösungen für die Loks gemäss Punkt 2 und 3, ausser des Ersatzes der Decoder für die ESU V2.0 und die Märklin MM und MFX? Ich freue mich über Eure Vorschläge.

Herzlicher Gruss und der Schweiz
Matthias
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Matthias Kälin

#14
Hallo Jürgen
Danke für die Informationen und den versteckten Auftrag, endlich auf DCC umzustellen. Siehe meine vorgängige Antwort.
Im ESU V4.0 finde ich keinen CV mit der Nr. 122. Ist es möglicherweise ein Verschrieb? Spielt eigentlich keine Rolle, denn die Loks mit V4.0 machen keine Bocksprünge mehr.
Gruss
Matthias
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